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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 09.03.2018

Martin Dabrowski/
Judith Wolf (Hg.)
Menschenwürde und Gerechtigkeit in der Pflege
Schöningh. 206 Seiten. 26,90 €

Das Thema erregt die Gemüter. Horrorgeschichten vom Leben im Heim gibt es viele, aber keine Aussicht, dass sich die Situation ändert. Pflegekräfte arbeiten für Minilöhne, ihre Arbeit wird nicht wertgeschätzt. Die Pflegekosten steigen und machen viele Betroffene zu Sozialhilfeempfängern. Das Thema »Ökonomisierung in der Pflege« wird in diesem Buch besonders thematisiert. Die Autoren – fast alle sind Sozialwissenschaftler oder Theologen – fordern mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit in der Pflege. Leider werden sie dabei nur selten konkret. Anregungen und Lösungsvorschläge sind akademisch, dabei nicht neu. Der Einsatz von mehr Technik etwa, über den einige Autoren am Ende des Buches philosophieren, kommt bei Pflegebedürftigen nicht gut an, sagen Praktiker schon lange. Wichtig seien persönliche Zuwendung, Gespräche, Nähe und vor allem Zeit. Doch in modularen Pflegeplänen ist das nicht vorgesehen. Im Buch fehlen diese wichtigen Einsichten. Schade, weil es deshalb im akademischen Diskurs bleibt. Monika Herrmann

Hansjürgen Verweyen
Mensch sein neu buchstabieren
Friedrich Pustet. 176 Seiten. 24,95 €

Der 1936 geborene Freiburger Fundamentaltheologe Hansjürgen Verweyen legt die Summe seines wissenschaftlichen Arbeitens vor. Theoretische Reflexion hat dabei ein praktisches Anliegen: Wie kann der Mensch angesichts der zahlreichen Katastrophen und des eigenen Todes sinnvoll leben? Seine These: Es bedarf eines universalen Sinnhorizontes, der auch den Opfern der Geschichte Gerechtigkeit gewährt. Diese Sinnvorgabe wird von Gott garantiert. Der Mensch wird so in einem großen Sinnzusammenhang verortet, dem er sich in »unbedingtem Gehorsam« unterordnen muss. Bei aller Sympathie für Verweyens Anliegen: Der Wunsch, dass »letztlich« alles gut werden möge, gerät leicht zur Projektion. Es bleibt dem Menschen der Moderne vielleicht doch nur die solidarische und sinnstiftende Praxis des Alltags, die auch durch Tod und Vergänglichkeit nicht zerstört werden kann. Wolfgang Pauly

Koordinierungsrat des christlich-islamischen
Dialogs e. V. (Hg.)

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