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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2015
Kann Religion Frieden?
Was die Macht des Terrors bricht
Der Inhalt:

Aufgefallen: Die Arbeiterin

Rena Dourou ist Präfektin von Attika. Dort führt sie vor, wie eine Politikerin der linken Syriza-Partei in Griechenland heute schon regiert

Eines hat Rena Dourou ihren bekannten Parteikollegen Alexis Tsipras, dem neuem Ministerpräsidenten Griechenlands, und dem provokativen Finanzminister Giannis Varoufakis voraus: Sie regiert für die linke Partei Syriza schon seit Mai 2014. Sie ist Präfektin von Attika, der bevölkerungsreichsten Provinz Griechenlands, zu der auch die Hauptstadt Athen gehört.

Können Linke auch regieren oder nur groß reden? Das fragen viele Griechen und noch mehr Europäer. Deshalb weiß die vierzigjährige Politikerin, dass sie derzeit unter Beobachtung steht. Doch dies lässt Rena Dourou kalt. Sie weiß, dass sie Kompromisse machen muss. Und sagt selbst, »dass man kein Omelett braten kann, ohne Eier aufzuschlagen«.

Mittlerweile respektieren auch kritische Beobachter, dass Rena Dourou deutlich andere Akzente setzt als die bisher regierende Elite. Kaum im Amt, erhöhte sie den Etat für Sozialfürsorge. In Zusammenarbeit mit der griechisch-orthodoxen Kirche richtete die Atheistin kostenlose Suppenküchen ein, ließ die medizinische Versorgung verbessern und kümmerte sich um Probleme, die bisher vernachlässigt wurden: Alle vom Stromnetz abgeschnittenen Haushalte erhalten wieder Strom. Und misshandelte Frauen erhalten Unterstützung. Denn: Häusliche Gewalt ist seit der Wirtschaftskrise in Griechenland ein großes Problem.

Wenn es sein muss, legt sich Dourou auch mit Mitarbeitern an – und sie geht gegen Korruption vor. Mauschelverträge bei der Müllentsorgung ließ sie kündigen, Mitarbeiter, die sich ihre Posten nachweislich durch Vetternwirtschaft erschlichen hatten, entlassen. Stellen hat sie jedoch bisher nicht gestrichen. Dennoch heißt es manchmal nur: Jetzt haben wir halt »ei