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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2015
Kann Religion Frieden?
Was die Macht des Terrors bricht
Der Inhalt:

Der Lackmustest

Studie des Bistums Münster: Viele Katholiken sind unzufrieden. Was folgt daraus?

Die Botschaft hört man wohl, allein es bleibt die Skepsis. Jetzt plötzlich will man den Menschen im Bistum Münster ge nauer zuhören, die seelsorglichen Angebote besser auf die Erwartungen der Menschen in ihrer Buntheit abstimmen, »experimentelle Räume« für Neues eröffnen und eine »Feedback-Kultur« ermöglichen, die Kritik und Offenheit zulässt, vielleicht sogar fördert. Zum einen hat man solches schon öfter bei Kirchens gehört und gelesen – mit der Umsetzung aber tut man sich meist schwer. Zum anderen sind das alles Selbstverständlichkeiten – oder sollten es zumindest sein –, bei denen man sich fragt, wieso sie nicht schon längst praktiziert wurden.

Aufgeschreckt ist man in Münster. Denn eine Befragung von tausend Katholikinnen und Katholiken im Bistum hat eine ziemliche Unzufriedenheit mit der katholischen Kirche zutage gefördert – keine unbedingt überraschende Erkenntnis. Mehr als dreißig Prozent der Befragten sind unzufrieden und rund vierzig Prozent sagen zur Kirche: Na ja. Was wird ihr vor allem vorgeworfen? Dass sie rückständig sei. Und fast ein Fünftel der Befragten sagt, dass man in der eigenen Pfarrgemeinde keinen wirklichen Halt gefunden habe. Bitter!

Was man anerkennen muss: Viele Verantwortliche – Laien wie Bischöfe – ringen ernsthaft darum, dass ihre Kirche nicht in der Rückständigkeit stecken bleibt. Doch sie haben Mühe. Die Bischofssynode im Oktober über die Themen Sex, Ehe und Familie wäre ein Lackmustest für eine neue Offenheit, die sich der Lebenswirklichkeit stellt. Doch die drei von der Bischofskonferenz gewählten Delegierten – Reinhard Marx (München), Franz-Josef Bode (Osnabrück) und Heiner Koch (Dresden-Meißen) –, die selbst vorsichtige Veränderungen in der Lehre und in der Seel