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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2013
Wohin denn noch?
Abschied vom Wachstumswahn
Der Inhalt:

Auf Kosten aller

von Rebekka Sommer vom 08.03.2013
Wie die Steuerzahler Autofahrer subventionieren

Jeder EU-Bürger bezahlt für sein privates Auto erstmal selbst. Für einen großen Teil der Kosten, die durch Unfälle und Umweltschäden entstehen, kommt allerdings die Allgemeinheit auf. In Deutschland ist die Belastung für die Gesellschaft besonders groß.

Hierzulande summieren sich die »externen« Kosten des Pkw-Verkehrs auf neunzig Milliarden Euro im Jahr. Nur rund fünfzig Milliarden davon bezahlen die Autofahrer selbst mit ihrer Kfz-, Energie- und Mehrwertsteuer. »Die Anwohner von Hauptverkehrsstraßen, Steuerzahler, ältere Menschen ohne Auto, Nachbarländer, Kinder, Enkel und die künftigen Generationen subventionieren den heutigen Verkehr«, resümieren die Dresdener Wissenschaftler der TU Dresden in einer Studie.

Für die Untersuchung wurden keine eigenen Daten erhoben, sondern mehrere bereits erschienene Studien aus den EU-Mitgliedsländer miteinander verglichen. Zu den größten Posten zählen die Folgekosten der Umwelt-, Schadstoff- und Treibhausgasemissionen sowie die Kosten für Unfälle – also Ausgaben für Polizei und Verwaltung und für das Gesundheitssystem. In absoluten Zahlen betrachtet steht Deutschland in diesen beiden Kategorien an der Spitze. Die Wissenschaftler erklären das mit der Einwohnerzahl und dem wirtschaftlichen Wohlstand, doch auch bei der Pro-Kopf-Betrachtung nimmt Deutschland gemeinsam mit Österreich und Luxemburg einen Spitzenplatz ein: Während die meisten neueren EU-Mitgliedsländer relativ niedrige Pro-Kopf-Kosten des Autoverkehrs von etwa 500 Euro im Jahr haben, liegen sie in den drei genannten Ländern zwischen 1000 und 2000 Euro pro Jahr.

Welche Anreize können Politiker geben, um die gesetzten Ziele zur Minderung des Kohlendioxidausstoßes zu erreichen? »Es reicht nicht aus, nur auf den Einsatz neuer Technologien etwa für mehr Sicherheit und die Einsparung von Sprit zu bauen«, resümieren die Dresdener Wissenschaftler. Um das Problem in Angriff zu nehmen, müssten viel stärkere Anreize für ein anderes Verkehrsverhalten gesetzt werden, das zum Beispiel Fußwege, Rad, Bus und Bahn stärker berücksichtigt. Diese Ansätze könnten wesentlich preiswerter zur Reduzierung von Kohlendioxid beitragen.

Wichtig sei, die »externen« Kosten des Autoverkehrs in die Betrachtungen einzubeziehen. »Der Nutzen einer Autofahrt ist für den Einzelnen immer größer als die Kosten – sonst würde er die Fahrt nicht antreten«, so lautet eine zent

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