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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2012
Ich glaube
Der Konflikt um das Bekenntnis der Christen
Der Inhalt:

Ein ungewöhnlicher Weg

Zu: »40 Jahre Publik-Forum« (3/12)

»Meine Zeitschrift« ist einen ungewöhnlichen und einmaligen Weg gegangen. Ich bin sehr stolz darauf, zu den Ersten des mutigen Aufbruchs nach dem Niedergang von der großartigen Wochenzeitung »Publik« bei der neuen Zeitung zu gehören. Damals war ich noch einer, der glaubte, dass ich als Theologiestudent, ganz im Aufbruch mit dem Zweiten Vaticanum, die Kirche mit verändern könnte. Ich erlebte viel Mut und Engagement im Raum der Kirche. Damals bekam ich im Priesterseminar in Mainz mit, dass der junge Professor Karl Lehmann, mit den Kandidaten an einem Tisch sitzend, seiner Entrüstung über das Aus von Publik Raum gab. Noch war die Hoffnung zu spüren, etwas aufhalten zu können. Soweit ich mich erinnere, waren einige über diese Entwicklung in der katholischen Kirche so enttäuscht, dass sie ein anderes Studium wählten, um nicht in einer Institution arbeiten zu müssen, wo so viel Unechtheit gelebt wird. Auch ich habe mich nie wieder richtig mit einer Kirche aussöhnen können, angesichts des manchmal willkürlichen und oft auch unmenschlichen Machtapparats. Das alles kam mir heute im Rückblick auf die Geschichte der Leserinitiative von Publik-Forum. Ich bin dankbar dafür, dass ich in der größer werdenden Entfernung zum Amtsapparat eine Hilfe bekam, mich neu zu finden: Kirche ist dort, wo Menschen sich Gedanken um Verantwortung in dieser Gesellschaft machen, sich einmischen und etwas wagen. Nicht dort, wo man Prada-Schuhe trägt und angesichts eines hungernden Afrikas vom deutschen Staat fünfzig Millionen Steuergelder für nichtbiblisches Getue erwartet. Danke für Euren Mut!

Alois Thomas,Osnabrück