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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2011
Kein Gott, nirgends?
Stephen Hawkings Theo-Physik
Der Inhalt:

Kein Gott, nirgends?

von Frank Vogelsang vom 29.04.2011
Es braucht keinen Schöpfer, um die Zusammenhänge im Universum zu erklären: Stephen Hawking verkauft eine alte Erkenntnis als überraschend neu. Das liegt daran, dass er Theologie und Philosophie ignoriert

Stephen Hawking ist spätestens seit seinem Bestseller »Eine kurze Geschichte der Zeit« ein weltweit bekannter Physiker, dessen Theorien viele Diskussionen ausgelöst haben. Hawking beschränkt sich in seinen Publikationen und öffentlichen Auftritten nicht auf die Rolle eines Fachwissenschaftlers. Er diskutiert auch die Folgen seiner theoretischen Annahmen in der Physik für unser Weltbild.

Vor wenigen Monaten legte er mit dem Koautor Leonard Mlodinow ein Buch vor, in dem er einen weiteren Anlauf unternimmt, mit einer umfassenden physikalischen Theorie das Universum als Ganzes zu beschreiben. Das Buch trägt den ambitionierten Titel »Der große Entwurf«. Die Ziele der beiden Physiker sind hoch gesteckt: Sie fragen nicht nur, ob man das Universum in einer einzigen Theorie vollständig beschreiben kann, sondern sie stellen auch drei zentrale Fragen, die sich auf unsere Existenz beziehen:

Warum gibt es etwas und nicht einfach nichts?

Warum existieren wir?

Warum dieses besondere System von Gesetzen und nicht irgendein anderes?

Die »Theorie von allem«. Aber: Kann man diese Fragen tatsächlich mit einer physikalischen Theorie allein beantworten? Die Physik des Kosmos ist seit dem Ende der 1980er-Jahre – seit der Publikation des Buches »Eine kurze Geschichte der Zeit« – vorangeschritten. Im Zentrum des Interesses liegt nun die sogenannte M-Theorie. Sie ist unter Physikern allerdings umstritten. Das Kürzel M ist unbestimmt, es mag für »Mysterium« oder »Mirakel« stehen. Für Hawking und Mlodinow ist diese Theorie der aussichtsreichste Kandidat für eine Theorie von allem, kurzTOE (Theory of Everything).

Die M-Theorie vereinigt – als ein theoretisches Netzwerk – unterschiedlich aufgebaute String-Theorien. Die Autoren schreiben: »Es scheint so, als könne kein einzelnes mathematisches Modell, keine einzelne Theorie jeden Aspekt des Universums beschreiben ... Es gibt anscheinend ein Netz von Theorien, die sogenannte M-Theorie.« Wenn sie durch Beobachtung bestätigt werde, sei sie »der erfolgreiche Abschluss einer Suche, die vor mehr als 3000 Jahren begonnen hat. Dann haben wir den großen Entwurf gefunden«.

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