Allen wohl - und niemand weh?
Hermann Barth, Vizepräsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), gibt es frank und frei zu: Die jüngste Stellungnahme seines Amtes zu den Plänen der Bundesregierung, den Rechtsschutz für gleichgeschlechtliche Paare zu verbessern, sei so angelegt, dass sie von allen Positionen innerhalb der Kirche akzeptiert werden könne. »Die evangelische Kirche schlägt sich in dieser Frage nicht auf eine Seite«, erläuterte Barth in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst. Vor allem sei es den Autoren darum gegangen, auch jene Menschen »mitzunehmen, die der Homosexualität mit Ablehnung oder mit Vorbehalten begegnen«. Das Ergebnis: Die EKD ist zwar dafür, Diskriminierungen schwuler und lesbischer Paare abzubauen; sie ist aber gegen die eingetragene Partnerschaft, weil eine Verwechslung mit der Ehe unbedingt vermieden werden müsse. Diesem Sowohl-Als-auch dient auch das Motto der Erklärung »Verlässlichkeit und Verantwortung stärken«. Diese Maxime ist gleichermaßen auf die Ehe wie auf die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gemünzt. Sie stärkt denen den Rücken, die in erster Linie die Ehe geschützt sehen wollen. Sie anerkennt aber auch das Bemühen jener, die die schwulen und lesbischen Lebenspartnerschaften von Benachteiligung befreien möchten.
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