Tricia Tuttle

Tricia Tuttle, Chefin des Film-Festivals Berlinale, hat als Reaktion auf einen offenen Brief mehrerer Filmschaffender zum Nahostkonflikt Zensurvorwürfe zurückgewiesen. Es stimme nicht, dass sie Filmemacher »zum Schweigen gebracht« oder »eingeschüchtert« hätten, sagte Tuttle. Das Branchenblatt »Variety« hatte einen offenen Brief von Filmschaffenden veröffentlicht, die der Berlinale eine mangelnde Positionierung im Gaza-Krieg vorwerfen – man sei entsetzt über das »institutionelle Schweigen der Berlinale zum Völkermord an den Palästinensern«. Tuttle sagte, sie sei zutiefst betroffen über den Verlust von Menschenleben in der Zivilbevölkerung. »Ich fordere Israel nachdrücklich auf, sich an das Völkerrecht zu halten. Ich bin auch der Meinung, dass die Regierungen und Partner Israels dafür sorgen müssen, dass sie sich an das Völkerrecht halten, um das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen.« Aber dies sei »keine Angelegenheit, deren Komplexität und Sensibilität man in einem kurzen Statement vermitteln kann.«
Die Unterzeichner des Briefs hatten auch Jurypräsident Wim Wenders kritisiert, der bei einer Pressekonferenz zum Nahostkonflikt gesagt hatte, Filmschaffende müssten sich aus der Politik heraushalten. Tuttle kritisierte, die Aussage sei verkürzt wiedergegeben worden. In Wenders Werken stecke »immer ein politisches Element.« Die indische Autorin Arundhati Roy hatte nach Wenders Aussage ihren Berlinale-Auftritt abgesagt.




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