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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2017
Wer ist Herr im Hirn?
Der Streit um den freien Willen
Der Inhalt:

Tränen strömen aus allen Quellen

CD. »Fließt, meine Tränen, strömt aus allen Quellen« – mit dieser Zeile beginnt John Dowlands bekanntestes Lied »Flow my teares«. Ein Meisterwerk früher englischer Liedkunst, komponiert um das Jahr 1600. John Dowland diente in dieser Zeit am Hof des dänischen Königs Christian IV. Viel lieber jedoch wäre er Hoflautenist bei seiner eigenen, englischen Königin gewesen. Doch Elisabeth I. ist für John Dowland zeitlebens unerreichbar geblieben. Der Kummer darüber hat ihn die schönsten und traurigsten Lieder der englischen Renaissance schreiben lassen: »Flow My Teares«, »In darkness let me dwell« oder auch das Titelstück des Albums »Tell me true love« – »Sag mir, wahre Liebe, wo soll ich nach deinem Wesen suchen?«

Der in den USA geborene Sänger Joel Frederiksen singt Dowlands Lieder mit einer hellen, ungekünstelten Bassstimme. Seinen Gesang begleitet er wie ein zeitgenössischer Barde selbst auf der Laute. Unterstützt wird er dabei von seinem Münchner »Ensemble Phoenix«, das Dowlands komponierte Begleitungen für mehrstimmiges Gamben-Consort historisch informiert zu spielen weiß.

Insgesamt geben die 21 Lieder und Tänze dieser CD einen kompakten Überblick über Dowlands Werk: Lieder aus der ersten Sammlung von 1597 sind ebenso vertreten wie das berühmte Stück »The Frog Galliard«, das hier als Lauten-Trio gespielt wird. Hinzu kommen späte Lieder des 1626 in London gestorbenen Komponisten. Dowlands Suche nach der wahren und reinen Liebe hat zeitlose Lieder hervorgebracht, die im 20. Jahrhundert unter anderem von Benjamin Britten wiederentdeckt wurden. Vor wenigen Jahren hatte sich sogar Sting an einer Interpretation versucht. Jetzt sind sie in einer rundherum gelungenen modernen Au