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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2017
Wer ist Herr im Hirn?
Der Streit um den freien Willen
Der Inhalt:

Aufgefallen: Die populäre Marxistin

Die Kommunistin Elke Kahr ist Vizebürgermeisterin im österreichischen Graz. Derzeit kämpfen Tausende Bürger dafür, dass sie im Amt bleibt

Wenn Menschen in einer Großstadt dafür kämpfen, dass eine Vizebürgermeisterin im Amt bleibt, verwundert dies niemanden. Dass aber knapp zehntausend Grazerinnen und Grazer eine Petition für ihre Baustadträtin Elke Kahr unterzeichnen, irritiert auf den ersten Blick schon. Denn Elke Kahr ist Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ).

Seit fast zwölf Jahren ist Kahr hauptamtliche Stadträtin für Wohnungsangelegenheiten der Stadt Graz und seit einem Jahr Vizebürgermeisterin. Ihre Arbeit hat sie so populär gemacht, dass die Liste der KPÖ bei den Stadtratswahlen mehr als zwanzig Prozent der Stimmen erhielt – und damit vor der der Sozialdemokraten, Grünen und der rechtspopulistischen FPÖ landete.

Der Grund für die Popularität der 55-jährigen Kommunistin liegt in ihrem Engagement für die kleinen Leute und in ihrer persönlichen Glaubwürdigkeit. Kaum jemand in der Stadt bezweifelt, dass sie immer ein offenes Ohr für diejenigen hat, die sich keine teure Wohnung leisten können. Sie kämpft mit aller Macht für mehr Sozialwohnungen. »Wer sie im Grazer Rathaus sucht, muss nur den Menschentrauben folgen«, schrieb die Zeit vor Kurzem. Sie tritt völlig uneitel auf, putzt sich bei Empfängen nicht heraus und betritt den Saal meist durch die Seitentür. Und was viele Grazer begeistert: Von ihrem Politikergehalt in Höhe von 6000 Euro behält sie nur 1900 – den Rest spendet sie seit Jahren an Bedürftige.

Die Solidarität mit den Bedürftigen wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. Sie wuchs in einer armen Siedlung mit vielen Baracken auf. Und hat früh erfahren, dass die aus den Baracken in der Schule immer anders behandelt wurden, näml