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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2012
Ende eines Traums?
Die Zukunft der arabischen Revolution
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 04.05.2012

Jürgen Becker,Kabarettist und Gründer der alternativen karnevalistischen Kölner Stunksitzung, hat Kirchenkritik und Blasphemie im Karneval verteidigt. Der Karneval sei ein christliches Fest und solle diese Tradition auch bewahren. Ein Sketch aus dem aktuellen Programm der Stunksitzung, in dem Jesus auf einem Elektroroller zur Kreuzigung fährt, hatte im Kölner Erzbistum Empörung ausgelöst. Schon in den vergangenen Jahren war die Stunksitzung von katholischer Seite kritisiert worden, weil dort Scherze über Erzbischof Joachim Meisner gemacht wurden. Becker sagte, er glaube kaum, dass ein Witz über Meisner andere Menschen verletze. »Bei Jesus sieht das schon anders aus«, räumte er ein. Kritikern gebe er aber zu bedenken: »Ein Witz ist umgekehrte Zuwendung.«

Gerhard Ludwig Müller,Bischof von Regensburg und katholischer Ökumenebischof, hat zum Reformationsjubiläum 2017 gemeinsame Gespräche der Kirchen über die Folgen der Reformation vorgeschlagen. Zur »Heilung der Erinnerungen« gehöre es, »sich gegenseitig von den jeweiligen Verletzungen zu erzählen, Schuld voreinander zu bekennen und sich der Tragik der Spaltung der Christenheit bewusstzuwerden, die Luther eigentlich gar nicht wollte«. Er fügte hinzu: »Ökumene ist für uns nur interessant mit evangelischen Christen, die mit uns die Grundüberzeugung teilen, dass die Offenbarung Gottes in Christus nicht ein Mythos ist.«

Hamza Kashgari,saudischer Journalist, ist von der Todesstrafe bedroht, weil er nach Ansicht der saudischen Autoritäten den Propheten Mohammed beleidigt hat. »Ich habe Sachen an dir geliebt und ich habe Sachen an dir gehasst, und es gibt viel, was ich über dich nicht verstehe«, lautete eine der Twitter-Botschaften des 23-jährigen Kashgari anlässlich des Geburtstages des Propheten. Einflussreiche islamische Gerichte erklärten ihn daraufhin zum »Abtrünnigen«, etliche Saudis forderten seine Hinrichtung. Kashgari hat sich für seine Äußerungen entschuldigt. Er wollte nach Neuseeland fliehen, wurde aber auf dem Flughafen der malaiischen Hauptstadt Kuala Lumpur festgenommen und an sein Heimatland ausgeliefert.

Markus Dröge,B

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