Der Fall Darwin - ungelöst?
Wer glaubt, Schöpfungsglaube und Evolutionstheorie würden sich gegenseitig ausschließen, will es nicht besser wissen. »Schöpfung« ist ein Begriff der Theologie und des Glaubens, »Evolution« dagegen ein Begriff der Naturwissenschaft, speziell der Biologie. Fundamentalistische Christen, die die Bibel als Biologiebuch missbrauchen, gibt es so lange, wie es die Bibel gibt. Was der vor 200 Jahren geborene Charles Darwin damals geschrieben hat, ist kein Angriff gegen den christlichen Glauben. Ein aufgeklärtes Christentum hält Schöpfungsglaube und Evolutionstheorie sogar für aufeinander angewiesen, so wie der Theologe und Biologe Christian Kummer in seinem Buch »Der Fall Darwin«. Kummer zeichnet in einer auch für Laien verständlichen Weise die Ideen und Theorien Darwins nach, setzt sich mit der These vom »intelligenten Design« der christlichen Fundis sowie mit rückwärtsgewandten Tendenzen in den Kirchen auseinander. Er beschreibt das Zusammenspiel von Naturwissenschaft und Glaube, von Evolution und Schöpfung. Der Mathematiker und Theologe Dieter Hattrup verfolgt in seinem Buch »Darwins Zufall oder Wie Gott die Welt erschuf« ein verwandtes Ziel, aber nicht mit einem so eleganten Sprachstil. Eine gelegentliche überflüssige Polemik und Nebengleise verhindern eine klare Linienführung. Die fachkundigen Autoren des wissenschaftlichen Sammelbands »Gott oder Darwin?« beleuchten eingehend zentrale Aspekte im Spannungsfeld von Schöpfungsglaube und Evolutionsgedanke. Markantes Scharnier ist dabei Hans Kesslers theologischer Beitrag über »Kreative Schöpfung - Kreativität Gottes«. Hier werden die beiden unterschiedlichen Sprachspiele korrekt und nachvollziehbar aufeinander bezogen.
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