Zur mobilen Webseite zurückkehren

Siege mit Pfeil und Bogen und vor Gericht

Nach jahrelangem zähem Ringen: Erfolge im Kampf gegen das Erdöl-Unternehmen Texaco.
von Luis Angel Saavedra vom 25.02.2000 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
Artikel vorlesen lassen

Ecuadors Indianer-Dachorganisation Conaie hat seit Jahresbeginn weltweit Schlagzeilen gemacht. Die indianische Bevölkerung des Andenlandes war maßgeblich am Sturz des Präsidenten Jamil Mahuad beteiligt. Wenig bekannt ist jedoch über ihren jahrelangen zähen Kampf gegen die Umweltzerstörung, verursacht durch die Erdölfirmen im ecuadorianischen Amazonas-Tiefland. Im letzten Jahresdrittel 1999 haben indigene Organisationen gegen Erdöl-Multis wichtige Siege errungen. Kürzlich erhielt das Bündnis für die Verteidigung des Amazonas in einer Klage gegen den US-Konzern Texaco Recht. In dem seit 1993 vor einem New Yorker Gericht anhängigen Verfahren forderte das Amazonas-Bündnis Entschädigung für die schweren Umweltzerstörungen durch 20 Jahre Erdölförderung auf ihrem Territorium im Nordosten Ecuadors. Nach Angaben der Kläger hat Texaco zwischen 1964 und 1992 fast 65 Millionen Liter Rohöl sowie 80 Milliarden Liter vergiftetes Wasser in der Amazonas-Region hinterlassen. Die Folgen waren steigende Krebsraten, Totgeburten und Infektionen der Atemwege bei den Indio-Völkern. Mitte November sandte Konzernchef Peter Bijur einen Brief an das Bündnis, in dem er einen außergerichtlichen Vergleich vorschlug. Dieser sollte Texaco die Hälfte der auf eine Milliarde Dollar geschätzten Entschädigungssumme ersparen. Luis Yanza, Präsident des Indio-Bündnisses, erklärt: »Texaco fühlt sich in den USA durch die Medien, die ökumenische Solidaritätsbewegung und den öffentlichen Druck eingekreist.« Nachgewiesen wurde, »dass Texaco mit veralteten Fördermaschinen das Ökosystem im Nordosten Ecuadors ruiniert«, so Indio-Führer Yanza: »Wenn die Erdölförderung in einem Land mit weißer Bevölkerung stattgefunden hätte, wäre das nie vorgekommen.« Das Indio-Bündnis schaltete Anzeigen in den größten Zeitungen der USA. Vielmals lief ein Spot im Nachrichtensender CNN, der eine weiße Familie zeigt, die von einem Texaco-Mann mit Erdöl überschüttet wird. Dazu der Kommentar: »Für Texaco ist die Hautfarbe wichtig. Texaco würde so etwas niemals mit Menschen machen, die weiß sind. Aber im tropischen Urwald Ecuadors hat Texaco das getan.«

  Gedruckt + Digital  
  Digital  

Hören Sie diesen Artikel weiter mit P F plus:

4 Wochen freier Zugang zu allen P F plus Artikeln inklusive ihh Payper.

Jetzt für 1,00 Euro testen!

Publik-Forum
Publik-Forum
Einen Moment bitte...
0:000:00
1.0