Abdurrahman Wahid, demokratisch gewählter Staatspräsident Indonesiens und islamischer Ökumeniker, hat im Machtkampf gegen die Militärs einen Durchbruch erzielt. Nachdem Wahid die Generale bei seinem Amtsantritt im Herbst aus der Regierung verdrängt hatte, erzwang er nun den - möglicherweise nur vorläufigen - Rücktritt seines Gegenspielers, General Wiranto. Dieser Oberkommandierende, einst ein enger Vertrauter des Diktators Suharto, wird von Menschenrechtlern für die Massaker in Ost-Timor im Jahr 1999 verantwortlich gemacht. International angesehene Ökumeniker wie der katholische Theologieprofessor Leonard Swidler von der Temple University in Boston wollen eine »geistliche Solidaritätskampagne« für Wahid in Gang setzen. Der Muslim Wahid engagiert sich seit langem für die Ökumene und war viele Jahre Präsident der Weltkonferenz der Religionen für den Frieden (WCRP).
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