Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2020
Geht doch!
Der Synodale Weg der katholischen Kirche
Der Inhalt:

Aufbruch im Silicon Wadi

von Claudia Mende vom 14.02.2020
Digitale Start-ups bieten jungen Menschen in Jordanien neue Perspektiven. Vor allem Frauen nutzen diese Chance – mit Geschäftsideen, die die Gesellschaft voranbringen

Hello World Kids ist gerade umgezogen. Das Unternehmen von Hanan Khader logiert jetzt im Untergeschoss eines der vielen mehrstöckigen Gebäude in Jordaniens Hauptstadt Amman; Handwerker verlegen letzte Leitungen. Der Name Hello World Kids klingt ein wenig nach Bonbons und rosa Schleifen. Tatsächlich ist Hanan Khader eine der erfolgreichsten jungen Unternehmerinnen Jordaniens. Khader, Ende Dreißig, ist Software-Entwicklerin und sehr beschäftigt, aber sie nimmt sich zwischen zwei Besprechungen Zeit, um ihre ehrgeizigen Ziele zu erläutern: Sie will die junge Generation Jordaniens fit machen für die digitale Zukunft. Sie will die Digitalisierung in einer Weltregion voranbringen, die noch zu großen Teilen in der analogen Welt steckt. Und sie möchte etwas für junge Frauen tun.

Die Idee für ihr Unternehmen ist aus der Enttäuschung geboren, dass ihre beiden Töchter in der Schule kaum an den Computer herangeführt wurden. Der Unterricht erschöpfte sich darin, zu lernen, wie man eine Maus bedient. »Kinder müssen heute Programmieren lernen wie Mathematik und Lesen«, sagt Khader. Diese grundlegenden Fertigkeiten brauche jeder in der modernen Welt. 2015 hat sie deshalb eine einfache, kindgerechte Programmiersprache entwickelt – und einen Lehrplan für Computerkurse an Schulen von der ersten bis zur neunten Klasse. Sie entwarf Lehrmaterialien auf Papier und online und machte dem Erziehungsministerium ein Angebot für den schulischen Unterricht. Denn bisher steht Programmieren nicht auf den Lehrplänen öffentlicher Schulen in Jordanien. Einige Privatschulen waren gleich von der Idee begeistert und nach einer Weile war auch das Erziehungsministerium in Amman überzeugt.

Vier Jahre später hat Hello World Kids bereits rund 50 000 Schüler im ganzen Land in Workshops, bei privaten Trainings oder im Unterricht erreicht. Die Idee findet über Jordanien hinaus Anklang. Behörden im Libanon, in Katar und Oman sind an den Programmen interessiert.

Erfolg trotz sechsmaliger Pleite

Jordaniens Hauptstadt Amman ist neben Kairo, Beirut und Tunis ein wichtiges Zentrum für digitale Start-ups im Nahen Osten. Im King Hussein Business Park drängt sich ein Büro neben dem anderen. Genaue Angaben über die Zahl der Gründungen gibt es nicht, dazu ist die Szene zu unübersichtlich. Die Neugründer nutzen Lücken im Gesundheits

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen