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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2015
Anders wachsen, jetzt!
Die gute Wirtschaftslage bietet die große Chance für die Abkehr vom "Immer-mehr"
Der Inhalt:

Unheimlicher Schnickschnack

Eine intelligente Verkehrspolitik ist nötig – aber nicht das selbst fahrende Auto

Bundesverkehrsminister Alexander Do brindt plädiert für das selbstfahrende Auto und will es noch in diesem Jahr auf der A9 zwischen München und Hof testen. Er verspricht sich von dieser neuen Technik »mehr Verkehrssicherheit, besseren Verkehrsfluss, weniger Schadstoffe und eine Entlastung des Fahrers«.

Über all diese Vorteile des selbstfahrenden Autos reibt sich jeder Bahnfahrer und jede Bahnfahrerin verwundert die Augen und fragt sich: Habe ich diese Vorteile nicht schon heute bei Bahn und Bus? Im öffentlichen Verkehrsmittel bin ich jetzt schon etwa hundertmal sicherer als im Auto. Ob das autonom fahrende Auto diese große Sicherheit je erreichen wird, ist sehr fraglich. Die Schadstoff-Emissionen lassen sich nicht dadurch verringern, dass jemand gefahren wird, anstatt selbst zu fahren. Auto bleibt Auto. Es bekommt nur noch mehr technischen Schnickschnack, als es schon heute hat. Und das bedeutet weitere Elektronik und mehr Energieverbrauch. Bei Bus und Bahn ist der Energieverbrauch um den Faktor drei- bis fünfmal günstiger als beim Auto. Hinzu kommt: Zumindest auf Fernstrecken ist der Zug schon lange schneller als das Auto. Und da künftig eher mehr als weniger Autos unterwegs sein werden, bleibt das Stauproblem grundsätzlich auch morgen erhalten, beim Selbstfahren wie beim Gefahrenwerden im Auto. Zudem ist Gefahrenwerden statt selbst zu fahren für viele Autofahrer nicht nur unheimlich, sondern auch freudlos.

Deshalb wäre Alexander Dobrindt besser beraten, wenn er das viele Geld für die Förderung selbstfahrender Autos oder die Millionen, die Autofahrer künftig für die Maut aufbringen müssen, einfach in den intelligenten Ausbau des öffentlichen Verkehrs stecken würde. Die Vorteile hat er selbst a