Fair verspielt
Deutsche Spielzeugfirmen kümmern sich immer weniger um transparente und verbindliche soziale Mindeststandards bei ihren Zulieferern. Zu diesem Schluss führt die aktuelle Firmenumfrage der Initiative »fair spielt«. Nur noch 60 der 256 angeschriebenen Unternehmen haben überhaupt geantwortet. Gerade einmal 45 Prozent können ein oder mehrere Zertifikate ihrer Lieferanten vorlegen, mit denen die Einhaltung des von der Branche beschlossenen Verhaltenskodexes nachgewiesen werden soll. »Selbst nach fast zwanzig Jahren ICTI-CARE-Prozess für Ethik in der Spielwarenindustrie haben es die beteiligten Unternehmen immer noch nicht geschafft, dass das Spielzeug für unsere Kinder unter glaubwürdigen und verlässlichen sozialen und ökologischen Mindeststandards produziert wird. Das ist mehr als enttäuschend. Wieder einmal zeigt sich, dass Sein und Schein der Selbstverpflichtung von Unternehmen meilenweit auseinanderklaffen. Darum brauchen wir staatlich kontrollierte Ansätze«, kritisiert der Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik, und verweist auf die guten Erfahrungen beim staatlichen Bio-Siegel.
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