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Schwarze Helden gesucht

Wie müssen Kinderbücher sein, damit sie Menschen nicht abwerten? Ansichten zu einer aktuellen Debatte
von Rebekka Sommer vom 08.02.2013
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In einer Altbauwohnung im Berliner Stadtteil Wedding mit hohen Wänden und einem hellen Holzfußboden sitzt Esther Wicker mit ihren Kindern Merlin (5) und Thekla (3) am Abendbrottisch. Die schlanke Dreißigjährige ist frisch gebackene Ärztin. Ihr Expartner, der Vater der beiden Kinder, wohnt ganz in der Nähe. Er stammt aus Kamerun und wird sein Studium in Berlin bald beenden. Esthers Mutter Carola ist zu Gast, auch sie wohnt nebenan. »Wir sind eine typische Wedding-Familie, wa?«, sagt die blonde Ärztin. Wenn sie berlinert, reißt sie die Augen ganz weit auf. Eine »Multikulti«-Familie, die nicht der klassischen Vater-Mutter-Kind-Norm entspricht – das lockt hier keine Katze hinterm Ofen vor. Mit anderen Worten: Mit einer anderen Hautfarbe fällt man hier nicht auf. Für Esther und ihre Mutter war das der Grund, aus Treptow in den Wedding zu ziehen, denn die Frage: »Wo kommst du denn her?«, die schwarzen Kindern gern gestellt wird, kennen auch sie nur zu gut. »Das macht den Kindern Identitätsprobleme«, sagt Esther, »sie sind ja Berliner.«

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