Zur mobilen Webseite zurückkehren

15 Stimmen zur Benedikt-Affäre

vom 13.02.2009

»2008 starb die deutschstämmige Argentinierin Ellen Marx in Buenos Aires. Die Jüdin war vor den Nazi-Schergen geflohen und verlor ihre Tochter an die Folterknechte des argentinischen Obristenregimes. Bis heute hat die katholische Kirche nicht die Mittäterschaft reaktionärer katholischer Kleriker und Laien an den Folterungen, Morden und dem Verschwindenlassen von über 30 000 argentinischen Regimegegnern aufgearbeitet. Stattdessen hat sie die Exkommunikation von vier ultrareaktionären Bischöfen aufgehoben, die wie ordinäre Fundamentalisten Glaubens- und Gewissensfreiheit als Abfall vom wahren Glauben geißeln und nach der großkotzigen menschenverachtenden Art der Diktatoren die Menschenrechte und die Demokratie verächtlich machen. Wer je mit Folteropfern und Unterdrückten zu tun hatte, dem wird angesichts dieser Entscheidung übel: So darf die Kirche Jesu Christi nicht handeln!«
Christa Nickels, Parlamentarische Staatssekretärin a. D., Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)


»Die Aufnahme eines Holocaust-Leugners und die Bischofsernennung eines Priesters, der den Tod von Menschen als Strafe Gottes bezeichnet, sind für Jugendliche unverständlich. Sie werden in Freundeskreis, Schule, Ausbildung damit konfrontiert. Sie müssen etwas rechtfertigen, was sie nicht mittragen können. Als Teil der Kirche arbeiten wir ständig mit jungen Leuten, wir sind Kritik gewohnt und tragen auch schwierige Entscheidungen der Kirche mit. Aber jetzt macht uns der Papst das Leben schwer.«
Dirk Tänzler, Vorstand im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)


»Benedikt XVI. ist in Gefahr, als Papst der Brüskierung in die Geschichte einzugehen: Erst hat er den Protestanten das Kirchesein abgesprochen, dann dem Islam in seiner unglückseligen Regensburger Rede Unmenschlichkeit bescheinigt, und jetzt stößt er die Juden vor den Kopf, indem er einen Holocaust-Leugner in die Kirche eingliedert. Es ist an ihm, das nach rechts abdriftende Schiff der Kirche wieder in die Mitte zu steuern. Kurz: Wir brauchen einen Obama als Papst.«
Hans Küng, Präsident der Stiftung Weltethos, katholischer Theologe und einstiger Weggefährte Joseph Ratzingers


»Wir fordern den Papst jetzt auf, auch unsere Exkommunikation zurückzunehmen! Das würde die Behandlung von Frauen als Kirchenmitglieder zweiter Klasse bis zu einem gewissen Grad korrigieren. Anders als die Piusbrüder stehen wir fest zum Zweiten Vatikan

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen