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Publik-Forum, Heft 2/2020
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Warum ist Pilgern reizvoll?

von Markus Dobstadt vom 31.01.2020
Vorgespräch: Fragen an Bernd Lohse, Pilgerpastor der Nordkirche, der eine Pilgermesse und ein Symposium organisiert

Publik-Forum: Herr Lohse, Sie laden im Februar nach Hamburg zu einer Pilgermesse ein. Was kann man da erleben?

Bernd Lohse: Es ist eine Reisemesse für alle, die pilgern wollen. Etwa fünfzig Aussteller informieren über verschiedene Pilgerwege, den Jakobsweg natürlich, aber auch den norwegischen Olavsweg, die vielen Pilgerstrecken durch Deutschland, Schottland oder Österreich. Es gibt Vorträge, Bücher, Pilgerstäbe, und die Landeskirchen stellen ihre Pilgerangebote vor.

Was ist das Besondere beim Pilgern?

Lohse: Pilgern ist beten mit dem ganzen Körper. Wie eine lange Meditation. Ich kenne viele, die ihre Reise für das wichtigste Erlebnis in ihrem Leben halten. Man kann ein tiefes Glücksgefühl empfinden. Viele erzählen, dass sie sich bei der Ankunft in Santiago oder Rom wie befreit fühlten. Nicht nur, weil sie am Ziel waren, sondern weil sich unterwegs so viel für sie ereignet hat.

Gibt es noch immer einen Pilgerboom?

Lohse: Einen Boom wie nach Hape Kerkelings Buch »Ich bin dann mal weg« gibt es derzeit nicht mehr. Die Zahl der Pilger wird aber kontinuierlich mehr. Wer pilgert, erzählt danach von seinen Erfahrungen, und das ermuntert andere. In der ganzen Gesellschaft ist ein wachsendes Bedürfnis nach Spiritualität spürbar. Und es pilgern auch sehr viele junge Leute.

Braucht man dafür ausgewiesene Wege?

Lohse: Nein. Jeder Weg kann zum Pilgerweg werden. Man kann in den Wald gehen, in der Stadt spazieren. Wichtig ist, sich Zeit zu lassen, um in Kontakt mit der Natur, sich selbst und Gott zu kommen.

Die Messe wird auch mit einem Pilgersymposium eingeleitet. Warum machen Sie das?

Lohse: Weil beim Pilgern so viel passiert. Und wir sollten verstehen, was da passiert. Man kann Glück empfinden, aber es kann durchaus schmerzhaft sein, wenn beim Wandern Lebensprobleme, Sinnfragen oder auch tiefe Trauer über innere Verletzungen aufsteigen. Über diese Prozesse wollen wir uns mit Experten austauschen.

Einer der Vorträge beim Symposium befasst sich mit den Tattoos, die sich Pilger in Santiago stechen lassen. Was hat es damit auf sich?

Lohse: Sie sind

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