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Wisch und weg

vom 29.01.2016
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Buddhistische Mönche aus Tibet arbeiten Tage und Wochen daran, gefärbten Sand zu einem Mandala zu arrangieren, einer komplexen geometrischen Repräsentation des Kosmos – und es nach seiner Fertigstellung völlig zu zerstören. Das Wegwischen der in langwieriger Arbeit entstandenen Kunstwerke ist Teil des Prozesses und gehört unbedingt dazu. Die Mönche schaffen diese Kunst als etwas Flüchtiges und Vergängliches, um den Vorrang des kreativen Prozesses gegenüber dem geschaffenen Produkt zu verdeutlichen: Denn künstlerische Aktivität hat wie das Spiel auch in ihrer reinen Form keinen anderen Zweck als sich selbst. Es geht nicht darum, Kunst herzustellen, sondern darum, voller Konzentration in jenem wunderbaren Zustand zu verweilen, in dem Kunst unvermeidlich entsteht.

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