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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2013
Die Welt ist keine Kaffeetasse
Warum die Naturwissenschaften die Wirklichkeit nicht vollständig erklären können
Der Inhalt:

Eine Nische in der Hauptstadt

von Rebekka Sommer vom 25.01.2013
Ökumenisches Frauenzentrum: Zwanzig Jahre Evas Arche

Evas Arche liegt im Nieselregen, als sie sich mit Besucherinnen füllt. 14 Frauen betreten an einem Mittwochmorgen im Januar einen Altbau neben der Sophienkirche in Berlin-Mitte. Sie kommen zum Frauenfrühstück des Ökumenischen Frauenzentrums Evas Arche e. V.

In dem großen hellen Raum hat am gedeckten Tisch auch Eva Ebert Platz genommen. Sie kommt seit 18 Jahren hierher. Kürzlich feierte das Frauenzentrum zwanzigjähriges Bestehen, sie feierte mit. Die heute 66-Jährige hatte einst mit einer Ausbildung zur Justizobersekretärin einen sozialen Sprung gemacht, nach schmerzvoller Scheidung fiel sie aber tief. Die eigene Familie ist ihr heute fremd. Doch wenn sie von ihrem früheren Beruf bei der Justiz, der »Dramatik des Gerichtssaals« spricht, leuchten ihre Augen. Denn das sucht und findet sie auch hier: Anregung, Gemeinschaft, kurz: Leben.

»Der Gedanke eines geschützten Raumes für Frauen entwickelte sich 1988 aus einer Selbsthilfegruppe«, beschreibt eine Jubiläumsschrift des Frauenzentrums. Da es im Ostteil Berlins keine Lobby für Frauengruppen gab, gründete sich der Verein drei Jahre später, als mit der Friedlichen Revolution auch die Situation vieler ostdeutscher Frauen plötzlich völlig anders war. »Sie sahen sich als Verliererinnen der Einheit an«, sagt die Pressereferentin des Vereins, Ute Schulz. Dass Frauen besonders mit Arbeitslosigkeit und einem fremden, westlichen Frauenbild konfrontiert waren, gab der Initiative erneuten Antrieb. Noch vor Eröffnung der Räume schloss sich eine Gruppe Westberliner Katholikinnen an. So entstand das erste ökumenische Frauenzentrum Deutschlands. »Wir sind keine kirchliche Gruppierung«, betont Anne Borucki-Voß, die Referentin für Bildung und Theologie. »Das macht uns unabhängig. Eine Nische, die man hier findet, sind etwa frauengerechte Gottesdienste.«

Der Nachteil ist finanzielle Ungewissheit. Evas Arche hält sich im Wesentlichen mit Landesmitteln und Spenden über Wasser. Dazu gehört eine Jahreskollekte der evangelischen Landeskirche. Sieben feste Mitarbeiterinnen bilden das Kernteam, die Lebens- und Sozialberatung und ein Angebot für Alleinerziehende bestreiten Honorarkräfte. Es gibt Coachings für Unternehmerinnen, Mütter oder Frauen, die neue Wege suchen. Kulturelle Veranstaltungen, oft mit namhaften Gästen, macht Evas Arche Frauen zugängl

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