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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2013
Die Welt ist keine Kaffeetasse
Warum die Naturwissenschaften die Wirklichkeit nicht vollständig erklären können
Der Inhalt:

Dunkle Nacht der Seele

vom 25.01.2013

Zu: »Dämonen aus der Stille« (24/12)

Als Frau, die bereits seit circa dreißig Jahren meditiert, kenne ich gut die Hürden und dunklen Seiten des spirituellen Weges. Dass bei Entspannungsverfahren oft Unverarbeitetes an die Oberfläche kommt, ist bei Netzwerktreffen und Fortbildungen durchaus im Gespräch. In einer Kultur, die zum Verdrängen neigt und sich wenig Zeit für Ruhe und Muße gönnt, sind Begegnungen mit der Stille verständlicherweise nicht immer angenehm. Ich möchte jedoch darauf aufmerksam machen, dass es seit etwa 15 bis 20 Jahren das Therapeuten-Netzwerk SEN gibt, das sich mit Krisen auf dem spirituellen Weg beschäftigt. Dort wird eine Therapeutenliste geführt, in der Psychotherapeuten und Ärzte angegeben sind, die neben ihrer psychotherapeutischen und wissenschaftlichen Ausbildung selber auch eine spirituelle Disziplin ausüben, sei es Yoga oder Zen oder eine andere Form von Meditation. Langes Stillsitzen ohne Gelegenheit zum Austausch ist sowohl für depressive Menschen wie für viele traumatisierte Menschen kontraindiziert, es gibt jedoch andere Achtsamkeits- und bewegungsorientierte Meditationsformen, die hier hilfreich sind. Dass Begegnungen mit der übersinnlichen Welt manchmal Ähnlichkeiten mit psychotischen Erlebnisinhalten haben, ist bekannt – schließlich gelten in der geistigen Welt andere Gesetze als in der materiellen Welt –, aber auch hier existieren gute Arbeiten, woran man die Unterschiede festmachen kann (siehe zum Beispiel die Arbeiten von Joachim Galuska, Jack Kornfield, Ursula Wirtz).

Dipl.-Psych. Regina Weiser, Psychotherapeutin, Yoga-Lehrerin, SEN-Mitglied, Müllheim

Frau Teupke hat in dem Artikel nicht deutlich gemacht, welche eigene Erfahrung sie mit Meditation gemacht hat. Sie berichtet von einer Freundin und einer Tagung, auf der sie war. Reicht das, um sich zur Warnerin zu machen? Entwickelt da eine Blinde eine Farbenlehre? Ich meditiere seit vielen Jahren und habe in dieser Zeit natürlich auch persönliche Krisen erlebt. Das Zazen (Sitzen in der Stille) und das Gespräch mit meiner Lehrerin haben mir geholfen. Aber das ist nicht der Kern des Meditierens. Die Chancen des Übens sind für einen durchschnittlich psychisch gesunden Menschen um ein Vielfaches größer als die Risiken. Natürlich sollte man mit einem Beinbruch nicht joggen. Ja, »Dämonen« oder »Schatten« tragen wir in unserer Seele, und es i

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