Die versteckten Kinder
Nika hat keine Lust auf Fingerspiele. Sollen die anderen doch die ollen Verse vor sich hin brabbeln. Er macht jedenfalls nicht mit. »Das ist der Opa, das die Oma, das der Vater …« Und so weiter. Bis zum Schluss: »Wir sind eine große Familie.« Natürlich kennt er das alles, und er fühlt sich im heilpädagogischen Zentrum ja auch zu Hause, sonst würde er nicht jedes Mal hierherkommen. Nika weiß, welchen Finger er wann anfassen soll, schließlich ist er schon von Anfang an dabei, zwei Jahre also. Aber heute ist einfach nicht sein Tag. So etwas kommt vor, und das wird hier auch akzeptiert. Während Maja, Giorgi und die anderen mit großer Hingabe im Stuhlkreis spielen, an ihren Fingern herumzuppeln und vor Vergnügen quietschen, hängt er, dick eingepackt in einen roten Anorak, auf seinem Stuhl und starrt vor sich hin.
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