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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2020
Zukünfte gesucht!
Wohin sich Politik, Kirchen und Gesellschaft entwickeln werden
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 17.01.2020

André Leu
Die Pestizidlüge
Oekom. 240 Seiten. 20 €

Lange vor Glyphosat lief die Debatte schon: Pestizide sind Gifte. Wenn sie sich biologisch abbauen, wie es immer noch beschönigend heißt, können dabei noch giftigere Zerfallsprodukte entstehen. Das interessiert bei der Zulassung allerdings niemanden. Pestizide können gerade in kleinen Mengen hormonaktive Wirkung haben und zu Fortpflanzungsproblemen oder Adipositas führen. André Leu, langjähriger Präsident der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM), hat die wissenschaftliche Literatur gründlich durchforstet und ausgewertet. Er stellt belegte Risiken der synthetischen Chemikalien verständlich dar. Eine alarmierende Bestandsaufnahme besonders für Eltern, die die Gesundheit ihrer Kinder schützen wollen. Und alles in allem ein überzeugendes Plädoyer für die ökologische Landwirtschaft. Yvonne Mabille

Charlotte Casiraghi/
Robert Maggiori
Archipel der Leidenschaften
C. H. Beck. 342 Seiten. 26 €

Wenn ein Lehrer, Philosoph und Literaturkritiker sich mit seiner Schülerin zu unzähligen Diskussionen trifft, kann ein Buch wie dieses entstehen. Die beiden nehmen uns mit auf eine Reise in die Inselwelt der »Gefühle, Stimmungen, Empfindungen und Triebe …, mit denen das Leben pulsiert«. Was sie vor uns ausbreiten, ist ein Kaleidoskop des Menschlichen, Allzumenschlichen, das sich in unzähligen Facetten dessen, was uns berührt und antreibt, zeigt. Nicht zufällig beginnt die Erkundungsreise im ersten Teil (Gute Absichten) mit der Liebe. Sie taucht im Archipel der Leidenschaften immer wieder auf, als würde sie letztlich alles tragen, auch die »bösartigen Bestrebungen« (3. Teil) wie Spott, Eifersucht, ja Grausamkeit und Hass. Dazwischen analysieren sie zwanzig verschiedene Arten von Emotionen wie Freude, Vertrauen, Sehnsucht und Schuld (Intensive Gefühle und Affekte). Autorin und Autor suchen die Bedeutung und Wirkweise der Gefühle zu erhellen, indem sie die philosophische Tradition befragen, die Etymologie der Wörter untersuchen, sie von ähnlichen abgrenzen (etwa Angst von Furcht), nach literarischen Fundstellen forschen und auch die Psychoanalyse bemühen, um ihren Stellenwert im menschlichen Werdeprozess zu erkunden (ausführlich zum Beispiel bei der Eifersucht). Dabei zeigen sich überr

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