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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2019
Revolution
Die Welt ist in der Krise. Ein Umbruch ist nötig. Nur welcher?
Der Inhalt:

Zwei Pressesprecher verlassen den Papst

vom 11.01.2019

Die journalistische Doppelspitze des vatikanischen Presseamts trat zu Neujahr überraschend zurück. Vatikansprecher Greg Burke und seine Stellvertreterin Paloma Garcia Ovejero gaben nach nur zweieinhalb Jahren ihr Amt auf. Die Vatikanjournalisten wurden von dieser Nachricht völlig überrascht. Der im letzten Jahr neu installierte Chef der übergeordneten Öffentlichkeitsabteilung, Paolo Ruffini, ein italienischer Fernsehjournalist, erklärt, für den Abschluss der Medienreform im Vatikan sei ein »rascher Führungswechsel« nötig. Offenbar gab es innerhalb der neu aufgestellten Öffentlichkeitsbehörde massive Differenzen. Auf die Veröffentlichung der Missbrauchsberichte 2018 durch die Justiz im US-Bundesstaat Pennsylvania hatten Burke, ein bekennendes Mitglied des ultrakonservativen Opus Dei, und Garcia Ovejero seltsam spät reagiert. Fortan kursierten in Rom Gerüchte, die beiden konservativen Laien stünden Papst Franziskus in der Stunde der Not nicht bei. Auf dessen Wunsch soll nun übergangsweise der Social-Media-Beauftragte Alessandro Gisotti als Papstsprecher fungieren und das Presseamt leiten. Der 44-jährige Politikwissenschaftler aus Rom arbeitet seit 2000 für päpstliche Medien. Gisottis kommende Herausforderung wird der Vatikan-Gipfel über sexuelle Gewalt durch Geistliche in der Kirche sein. Hierzu hat Franziskus die Leiter der Bischofskonferenzen weltweit für Februar in den Vatikan zitiert. Der US-Journalist Burke, der zuvor beim rechten US-Sender Fox News tätig war, übernahm im August 2016 das Pressamt des Heiligen Stuhls. Die Stellvertreterin, die Spanierin Garcia Ovejero, arbeitete zuvor beim kirchlichen Rundfunk Cope. Der zweitgrößte Sender Spaniens gehört der Spanischen Bischofskonferenz. Garcia war die erste Frau als Papstsprecherin und eine der seltenen weiblichen Führungskräfte im Vatikan.

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