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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2015
Die bedrohte Demokratie
Der Inhalt:

Editorial: Liebe Leserin, lieber Leser,

vom 16.01.2015

es gibt Ereignisse, die uns veranlassen, die Heftplanung völlig umzuwerfen. Der barbarische Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo war ein solcher Anlass. Klar: Über die Karikaturen der Zeitschrift lässt sich trefflich streiten. Aber nicht jetzt! Für uns gilt die Einsicht, die dem Philosophen Voltaire zugeschrieben wird: »Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.« Wir empfinden tiefe Solidarität mit den französischen Kollegen. Und Entsetzen darüber, dass der Ruf »Allahu akbar« (Gott ist groß), der für viele friedliebende Muslime eine so positive Bedeutung hat, von Fanatikern für schreckliche Morde missbraucht wird.

Hinter dem Anschlag auf die Pariser Redaktion verbergen sich tiefgründige Fragen nach der Pressefreiheit und ihren Grenzen. Und nach dem Wertekanon des Westens, der vielen in der Welt verhasst ist. Doch woher kommt die Krise des Westens? Was bedeutet sie? Und wie steht es um das Verhältnis zwischen Aufklärung und Religion? Antworten finden Sie ab Seite 12.

Zur Krise des Westens gehört auch das Misstrauen gegenüber dem politischen System und den Medien in Deutschland. Wer sind jene, die sich »Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes« nennen? Das fragte sich unsere Redakteurin Bettina Röder – und besuchte eine Demonstration in Dresden. Es war ein schwieriger Gang, da die Pegida-Anhänger den Ruf »Wir sind das Volk« der Friedlichen Revolution, für deren Ideale sich unsere Kollegin weiterhin engagiert, für ihre Zwecke instrumentalisieren. Ihre Eindrücke von der Bewegung schildert Bettina Röder auf Seite 16.

Doch in allen Krisen, nach allen Niederlagen, gibt es zumeist auch wieder Hoffnung. Wie es Menschen schaffen, nach persönlichen Krisen wieder aufzustehen und Schicksalsschläge zu verarbeiten, beantwortet die Trauma-Therapeutin Luise Reddemann im Interview ab Seite 40.

Vor lauter Krisen sollten wir jedoch nicht vergessen, dass es auch noch andere spannende Fragen gibt. Zum Beispiel jene nach dem Verhältnis zwischen Glaube und Naturwissenschaften. Was Rosinen im Teig eines Hefekuchens mit Galaxien und dem Urknall zu tun haben, lesen Sie ab Seite 26.

Trotz des traurigen Beginns: Wir wünschen Ihnen ein gutes neues Jahr 2015.

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