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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2012
2012: Wir steigern das Bruttosozialglück
Umbau der Wirtschaft
Der Inhalt:

Grenzgänger der Wahrheit

von Norbert Copray vom 04.05.2012
Theologie des interreligiösen Dialogs – anschaulich gemacht

Karl-Josef Kuschel Leben ist Brückenschlagen Vordenker des interreligiösen Dialogs. Patmos. 608 Seiten. 38 €

Eine Geschichte der Hoffnung zu erzählen, zu Weiterentwicklungen zu ermutigen und damit den Horizont zu öffnen für eine menschlichere Zukunft – das gelingt Karl-Josef Kuschel in seinem neuen Buch »Leben ist Brückenschlagen« über die Maßen. Dabei geht es um die Verantwortung der Weltreligionen für den Frieden und für den humanen Fortschritt der Menschheit. Denn ohne einen interreligiösen Dialog wird es weder einen Weltfrieden noch eine Verantwortung der Religionen für Frieden und Menschlichkeit geben. Darin stimmt der Theologe und Germanist mit dem Vordenker und Begründer des Projekts Weltethos, Hans Küng, überein.

Kuschel sieht im interreligiösen Dialog ein gesellschafts-, bildungs- und religionstheologisches Erfordernis. Um die nötige interreligiöse Dialogkompetenz zu erwerben und zu vertiefen, kann es sehr förderlich sein, die kurze Geschichte des interreligiösen Dialogs anhand von Pioniergestalten auf sich wirken zu lassen. Mag auch die Zeitspanne des interreligiösen Dialogs kurz sein, dieses Buch mit ausgewählten Porträts von Pionieren des Dialogs ist dennoch recht umfangreich geraten. Die Leserschaft erhält ein Buch mit literarischer Qualität, mit einer faszinierenden Komposition aus lebens- und werkbiografischen Elementen, mit Quer- und Längsverbindungen zwischen den Biografien und Werken. Der interreligiöse Dialog: ein Netzwerk der Wahrheitssucher.

Zwei Hindus: Svami Vivekananda und Mahatma Ghandi; ein Buddhist: Thich Nhat Hanh; zwei Juden: Martin Buber und Abraham Joshua Henschel; fünf Christen: Richard Wilhelm, Hugo Enomiya-Lassalle, Thomas Merton, Louis Massignon und Hans Küng, sowie ein suchender Grenzgänger: Hermann Hesse, werden von Kuschel gewürdigt. Dabei zeigt der Autor, wie diese Persönlichkeiten nicht nur Brückenbauer und im Dialog Lernende sind. Er zeigt auch, wie der Dialog durch diese Denker hindurchgeht und sie in sich selbst zu Dialogermöglichern und damit zu Türöffnern werden.

Kuschel weiß sehr genau die produktiven, aber auch kritischen Aspekte im Denken, Reden und Handeln der porträtierten Personen zu benennen. Zwar besteht der Dialog überwiegend im Reden und Schreiben, doch nicht weniger bedeutsam ist das Engagement durch Reisen und riskante

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