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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2017
Was heißt Auferstehung?
Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Patrick Roth und der Theologin Margareta Gruber
Der Inhalt:
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Vor dem großen Hunger

von Wolfgang Kessler vom 07.04.2017
Die Menschen haben die Mittel, um alle Erdbewohner zu ernähren. Doch sie nutzen sie nicht. Wolfgang Kessler über die Gründe für die drohende humanitäre Katastrophe in Afrika
Somalia: Bürgerkrieg und Dürre machen Getreideanbau und Viehzucht unmöglich (Foto: pa/Anna Mayumi Kerber)
Somalia: Bürgerkrieg und Dürre machen Getreideanbau und Viehzucht unmöglich (Foto: pa/Anna Mayumi Kerber)

Die Welt steht vor der größten humanitären Katastrophe seit Jahrzehnten, und die Mächtigen schauen ungerührt zu. In mehreren Staaten Afrikas könnten in den kommenden Monaten zwanzig Millionen Menschen einen grausamen Hungertod sterben. Eine brutale Tragödie deutet sich an – von Menschen gemacht.

»Wir verfügen über alle Mittel, den Hunger heute aus der Welt zu schaffen. Die Enttäuschung liegt darin, dass wir es nicht tun«, schrieb der argentinische Journalist Martín Capparós vor eineinhalb Jahren in seinem 845 Seiten starken Werk »Der Hunger«. Sein Beleg für diese These gilt auch heute noch: »In den letzten fünfzig Jahren hat sich die Weltbevölkerung mehr als verdoppelt, aber die Nahrungsmittelproduktion mehr als verdreifacht.«

Fünf Entwicklungen führen zum Hunger

Warum also rufen kenianische Hirten um Hilfe, weil sie ihre Kinder nicht mehr ernähren können? Warum hungern in ölreichen Staaten wie Nigeria oder auch dem Südsudan Hunderttausende? Was ist los im Sudan, in Somalia oder im Jemen? Warum haben 800 Millionen Menschen weltweit noch immer nicht genug zu essen, wo es doch genügend Nahrungsmittel gibt? Fünf Entwicklungen sind dafür verantwortlich, die sich in den Krisenregionen Afrikas derzeit gegenseitig verstärken.

Krieg und Gewalt: In den Staaten, in denen die Menschen derzeit besonders unter der Hungersnot leiden, bekriegen sich ausländische Mächte, autoritäre, oft diktatorische Herrscher und Terrorgruppen auf brutale Weise. Noch nicht einmal sechs Jahre ist es her, seit im Südsudan mit großen Hoffnungen ein eigener Staat ausgerufen wurde. Jetzt zerstören Warlords im Kampf um Macht und Öl die Ernten der Bevölkerung.

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