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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2019
Respekt. Vertrauen. Versöhnung
Was der Mensch zum Leben braucht
Der Inhalt:

Volle Fahrt ins Netz

von Constanze Bandowski vom 05.01.2020
Für viele Seniorinnen und Senioren ist das Internet eine fremde Welt. Die Hamburger Unternehmerin Dagmar Hirche bringt Menschen digital und analog zusammen. Mit ihrem Verein »Wege aus der Einsamkeit« schult sie die Generation 65 plus
Digitales Einmaleins: Dagmar Hirche (stehend) zeigt ihren Kursteilnehmerinnen, was ihr Smartphone alles kann (Foto: Desmarowitz))
Digitales Einmaleins: Dagmar Hirche (stehend) zeigt ihren Kursteilnehmerinnen, was ihr Smartphone alles kann (Foto: Desmarowitz))

Dagmar Hirche mag es schrill und laut. »Lernen soll Spaß machen, auch im Alter«, sagt die 62-jährige Unternehmensberaterin und zwinkert spitzbübisch in die Runde. Ihre dunklen Augen blitzen unter dem silbergrauen Pony, ihre Lippen formen sich zu einem breiten Lächeln. Vor der Kursleiterin sitzen fünf Frauen und zwei Männer, alle grauhaarig bis schlohweiß und aufmerksam lauschend. Sie haben ihre Smartphones und Tablets mitgebracht und wollen die digitale Welt entdecken: mit Kindern, Enkeln und Bekannten kommunizieren, Videos anschauen, Reiseangebote recherchieren, Fahrkarten buchen, Musik hören, Pflanzen bestimmen oder einfach fit im Kopf bleiben.

Bloß nicht den Anschluss verpassen

»Ich habe schon länger ein Smartphone«, berichtet Teilnehmerin Monika Gebhard. »Mit dem habe ich bisher aber nur telefoniert.« Jetzt will die Siebzigjährige wissen, was ihr das Gerät noch alles zu bieten hat. Hans-Dieter Koch, der ihr gegenübersitzt, findet: »Abgehängt zu werden ist nicht so toll im Alter. Das passiert aber schnell, denn die Entwicklung ist so rasant, dass wir nicht mehr so leicht hinterherkommen.« Der pensionierte Chirurg hat viele Bekannte, die den Anschluss verpasst haben. »Die nutzen nur ihr Festnetz und verteufeln alles andere, weil sie Angst davor haben.« Der Achtzigjährige probiert hingegen mutig alle digitalen Medien aus. Trotzdem gelangt er schnell an seine Grenzen.

Wenn er nicht weiterkommt, fragt er Dagmar Hirche. Seit eineinhalb Jahren besucht er regelmäßig den dreistündigen Kurs am Montagvormittag im Alstertower in Hamburg. An diesem Morgen begleitet ihn seine Frau Annemarie in den Konferenzraum im fünften Stock. Auf einer Leinwand verfolgen die Teilnehmer alles, was

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