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Einleitung
Investigativ-Report AfD

von Jan Rübel vom 08.07.2021
Wie wächst man in der AfD? Unser Autor hat sechs Jahre lang vier junge Aktivisten begleitet. Er stieß zuerst auf Chaos und brutale Richtungskämpfe, dann auf Rechtskurs und schließlich wieder Chaos: Wie die Junge Alternative begann und was aus ihren Kadern geworden ist – eine Chronik der Jugendorganisation der AfD in sechs Akten.
»Wir sind rechts«: Demo der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative 2018 im württembergischen Ellwangen (Foto: pa/Maurer [Mod.])
»Wir sind rechts«: Demo der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative 2018 im württembergischen Ellwangen (Foto: pa/Maurer [Mod.])

Das Buch, mit dem alles anfängt, ist das einzige in einem kahlen Raum. »Deutschland schafft sich ab« heißt sein Titel, es liegt auf einem leeren Tisch. Umher schneeweiße Wände, als hätten die Abschaffer mit diesen acht Quadratmetern angefangen. Sie sind das neue Reich eines 17-Jährigen – und der Beginn einer Zeitreise.

Januar 2015, Potsdam. Jean-Pascal Hohm streicht über den Buchrücken des Bestsellers von Thilo Sarrazin, den er ausgepackt hat: 2010 war das Buch erschienen und etikettierte erstmals in Deutschland Rassismen, Ängste und andere diffuse Gefühle erfolgreich um in »ernsthafte Sorgen«; eine Blaupause für die Partei mit dem blauen Logo, die sich gerade sortiert und für die Schüler Hohm als «Mädchen für alles«, wie er sagt, in der AfD-Fraktion des brandenburgischen Landtags in Hilfskraftanstellung jobbt. Mit eigenem, anfangs leerem Büro.

Noch dominieren in der AfD marktliberale Funktionäre. Im Osten indes regt sich etwas. Und das liegt an Leuten wie Hohm. Vor einem halben Jahr wurde er zum Gründungsvorsitzenden der Jungen Alternative (JA) Brandenburgs gewählt, der Jugendorganisation; findet gerade seine politische Sprache, gemeinsam mit anderen Mitstreitern in der JA wie Philipp Meyer, Hagen Weiß und Thorsten Weiß – sechs Jahre lang werden sie sich auf den Weg machen, das Protokoll von Märschen in verschiedene Richtungen. Ihre Enden sind ungewiss.

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