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Freier Handel ist nicht fair

von Wolfgang Kessler vom 18.05.2014
Freihandelsabkommen TTIP: Wie die Vertreter der großen Parteien im Europawahlkampf Nebelkerzen werfen und die wirkliche Absicht hinter dem Abkommen totschweigen. Eine Analyse von Wolfgang Kessler
Containerschiff auf der Nordsee: Bald unterwegs auch in Sachen Freihandel zwischen den USA und Europa? Wolfgang Kessler sieht im geplanten Abkommen TTIP keine Fairness am Werk. (Foto: pa/McPhoto)
Containerschiff auf der Nordsee: Bald unterwegs auch in Sachen Freihandel zwischen den USA und Europa? Wolfgang Kessler sieht im geplanten Abkommen TTIP keine Fairness am Werk. (Foto: pa/McPhoto)

Die kolumbianischen Gewerkschafter sind schon weiter. Sie erleben seit drei Jahren, was das Freihandelsabkommen zwischen Kolumbien und den USA bedeutet: »Nämlich sinkende soziale und arbeitsrechtliche Standards«, so schreiben sie in einer Pressemitteilung.

So weit sind die Europäer noch nicht. Sie erleben noch nicht in der Praxis, was das Freihandelsabkommen für sie bedeuten könnte, das gerade hinter verschlossenen Türen in Brüssel und Washington verhandelt wird. Und speziell die führenden Europa-Wahlkämpfer von Union und Sozialdemokraten tun alles, damit die Wähler/innen nicht erfahren, was das Freihandels-Abkommen wirklich soll.

Wer Pizza mag, wird auch Chlorhühnchen lieben?

Statt die Menschen über die möglichen gesundheitlichen Folgen von TTIP aufzuklären, vergleicht der CDU-Mittelstandspolitiker Thomas Strobl die Angst vor Chlorhühnchen und Hormonfleisch aus den USA mit der Angst seines Vaters vor italienischer Pizza. Scheinheilig kritisiert der hessische CDU-Europapolitiker Thomas Mann die Debatten hinter verschlossenen Türen, obwohl gerade seine Parteivorsitzende Angela Merkel für Geheimverhandlungen gesorgt hat. Schon wichtiger wäre zu sagen, dass die Verhandlungen für eine bestimmte Gruppe gar nicht geheim sind: Etwa 600 Wirtschaftslobbyisten haben Zugang, nur die Verbraucher und die Arbeitnehmer nicht.

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