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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2013
Die Andersleute
Haben die Orden noch eine Zukunft?
Der Inhalt:

Es geht auch auf dem Land

von Maria Haberer vom 26.08.2013
Annette Flade hat einen Eine-Welt-Laden in Brandenburg aufgemacht. Die Resonanz im Dorf ist zwiespältig
"Wir leben auf Kosten der anderen", sagt Annette Flade. Sie hat drei Jahre in Indonesien verbracht und dort gesehen, wie die alten kolonialen Strukturen weiterexistieren  Zurück in  Deutschland eröffnete sie in Brandenburg den Eine.-Welt-Laden (Foto: Pramme)
"Wir leben auf Kosten der anderen", sagt Annette Flade. Sie hat drei Jahre in Indonesien verbracht und dort gesehen, wie die alten kolonialen Strukturen weiterexistieren Zurück in Deutschland eröffnete sie in Brandenburg den Eine.-Welt-Laden (Foto: Pramme)

Annette Flade sitzt in einem Café in Berlin-Mitte und nippt an ihrem Latte macchiato. Ihre blauen Augen schauen aus dem Fenster auf das bunte Treiben in der Friedrichstraße. Sie überlegt kurz und erklärt dann sachlich: »Für mich ist die Frage nach Gerechtigkeit eine der wichtigsten Fragen überhaupt. Als Christin und als Mensch. Und ich bin davon überzeugt, dass der faire Handel einen Beitrag zu Gerechtigkeit leisten kann.« Wenn man der 62-Jährigen zuhört, merkt man: Sie glaubt an das, was sie sagt.

Nachdem sie ihren blau geblümten Rock glatt gezogen hat, rückt sie ihre Hornbrille zurecht und fügt bestimmt hinzu: »Das Thema muss auch aufs Land. Da ist es nämlich noch nicht angekommen.« Genau das wollte die Pfarrerin im Ruhestand ändern. Deshalb hat sie einen Eine-Welt-Laden in ihrem Heimatdorf, einem kleinen Ort namens Groß Schönebeck, eröffnet.

Kredit von der Kirchengemeinde

Der liegt in Brandenburg. Eine gute Stunde braucht man mit dem Auto von Berlin dorthin. Der Weg in das Dorf geht vorbei an Getreidefeldern, Einfamilienhäuser säumen den Weg. 2000 Menschen wohnen hier, vor allem ältere. Die junge Generation hat es in die Städte gezogen. Das Dorf gehört zur Gemeinde Schorfheide, einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. Hermann Göring hatte hier seinen Waldhof Carinhall. In der DDR diente die Region als Jagdgebiet der SED-Führung. Trotz Sonnenschein gibt es nur wenige Menschen auf der Straße. Nur ein Fahrradfahrer fährt vorbei und grüßt.

In diesem verschlafenen Dorf hat Annette Flade 2011 den Eine-Welt-Laden »Solidario« ins Leben gerufen. Finanzieren konnte sie das mit einem Kredit der Kirchengem

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