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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2020
Erbsünde Rassismus
Schwarze Befreiungstheologie von der Sklaverei bis zur Ermordung George Floyds
Der Inhalt:

Unter Dinosauriern

von Katharina Müller-Güldemeister vom 28.06.2020
Dienstags … im
Tagebau: Im »Vereinigten Schleenhain« wird Braunkohle abgebaut, Dörfer müssen weichen. Den Kohleausstieg versteht hier niemand
Blick ins große Loch: Bergmann Carsten Hanke im »Tagebau Vereinigtes Schleenhain« bei Leipzig. Vom Dorf »Peres«, das hier mal stand, ist nichts mehr übrig..(Foto: Müller-Güldemeister)
Blick ins große Loch: Bergmann Carsten Hanke im »Tagebau Vereinigtes Schleenhain« bei Leipzig. Vom Dorf »Peres«, das hier mal stand, ist nichts mehr übrig..(Foto: Müller-Güldemeister)

Wenn Carsten Hanke Frühschicht hat, beginnt sein Arbeitstag um 4.50 Uhr. Als Erstes geht er in die Umkleide, die im Tagebau »Kaue« genannt wird, eine Halle voller Spinde. Unter der Decke hängen die Arbeitsmonturen zum Trocknen. Der 39-jährige Bergmann mit dem Dreitagebart hat eine typische Tagebau-Biografie. Schon seine Eltern und Großeltern waren Bergarbeiter. Als 16-Jähriger hat er hier im Tagebau Vereinigtes Schleenhain seine Ausbildung zum Industriemechaniker angefangen und sich danach zum Vorarbeiter für Großgeräte hochgearbeitet. »Das ist eins unter Steiger«, sagt Hanke, nicht ohne Stolz.

Der Tagebau Vereinigtes Schleenhain liegt 25 Kilometer südlich von Leipzig und fördert rund acht Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr. Auf Förderbändern gelangt sie ins nahe Kraftwerk Lippendorf, das mehr als sechzig Prozent der Stadt Leipzig mit Fernwärme versorgt und Strom für knapp vier Millionen Haushalte produziert.

Als Teil der »kritischen Infrastruktur« lief der Tagebau auch während des Corona-Lockdowns weiter. »Jeden Tag, jeden Feiertag, jedes Wochenende«, sagt Hanke. Wie viele der 1900 Mitarbeiter der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft (Mibrag) arbeitet er im Schichtsystem: zweimal Frühschicht, zweimal Mittelschicht, dreimal Nachtschicht, zwei Tage frei.

Um 5 Uhr ist die Übergabe von der vorhergehenden Schicht, um 5.35 Uhr findet die »Schmitzung« statt: Da notiert Hanke, wer da ist und wer nicht, erinnert an Helme, Schutzbrillen, Ohrenschützer und teilt die Kollegen auf die Geräte ein. Pro Schicht sind sechs Schaufelradbagger, zwei Eimerkettenbagger und zwei sogenannte Absetzer im Einsatz. Ein Absetzer ist ein ausladende

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