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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2013
Die Weisheit des Körpers
Wie wir lernen, unseren Gefühlen zu vertrauen
Der Inhalt:
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Leben wie im Zoo ...

von Ulrike Schnellbach vom 31.05.2013
… aber sonst ganz prima: Eine Liebeserklärung an Freiburgs Vorzeigestadtteil Vauban
Früher waren hier französische Soldaten kaserniert: Heute besichtigen Besucher aus aller Welt den ökologischen Vorzeigestadtteil Freiburgs, der hauptsächlich von jungen Familien bewohnt wird. (Foto: pa/Haid)
Früher waren hier französische Soldaten kaserniert: Heute besichtigen Besucher aus aller Welt den ökologischen Vorzeigestadtteil Freiburgs, der hauptsächlich von jungen Familien bewohnt wird. (Foto: pa/Haid)

Beginnen wir mit dieser Szene: Eine Besuchergruppe schlendert durchs Viertel, und die Kita-Kinder hinter dem Zaun rufen im Chor: »Keine Fotos, keine Fotos!« Das versteht nur, wer weiß, dass durch diesen Stadtteil täglich reisebusweise Touristen flanieren. Die Kameras gezückt, die Köpfe zu den Solarpanels auf den Dächern emporgereckt, lauschen sie einem Fremdenführer, der auf Französisch, Englisch oder Japanisch über das Bauen in Baugruppen berichtet, über das Wohnen in Passivhäusern und das Leben in einem Quartier, in dem Autos eine Randerscheinung sind. »Leben im Vauban ist manchmal wie im Zoo«, sagt mein Nachbar treffend.

Die Touristen kommen aus aller Welt, um einen sozial-ökologischen Vorreiterstadtteil zu sehen, der als Best-Practice-Beispiel auf der Weltausstellung Habitat 2010 in Schanghai vorgestellt wurde. Sie bestaunen die ersten Mehrfamilienhäuser Deutschlands in Passivhaus-Bauweise und begutachten die kunterbunten Straßenzüge mit Reihen- und Geschosswohnungsbau. Sie schlendern durch die Allee mit den alten Linden und die stellplatzfreien Querstraßen, auf denen Kinder Tischtennis spielen. Die Straßen ohne Stellplätze sind Lebensraum für Jung und Alt. Denn gut die Hälfte der 5000 Vauban-Bewohner verzichtet auf einen eigenen Wagen und nutzt stattdessen Carsharing. Die anderen stellen ihre Fahrzeuge in einem Parkhaus am Rand des Viertels ab. Autos fahren Schritttempo. Die meisten Bewohner sind ohnehin mehr mit dem Rad unterwegs oder mit der Straßenbahn, die ins Stadtzentrum eine Viertelstunde braucht.

Sogar die Fahrräder sind aus Holz

Nicht nur Touristen, auch die überregionale Presse interessiert sich reg

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