Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2019
Die Waffen nieder!
Pazifismus in kriegerischen Zeiten. Wie sich Sicherheitspolitik neu denken lässt
Der Inhalt:

Thomas Middelhoff: »Ich war maßlos und gierig«

von Gaby Herzog vom 13.11.2019
Das Leib-und-Seele-Gespräch: Als Top-Manager bei Bertelsmann und Arcandor verdiente er Millionen und setzte die Existenz einfacher Menschen aufs Spiel. Bis er plötzlich im Gefängnis saß. Ein Gespräch mit Thomas Middelhoff über Hybris, Schuld und Demut
Nach der Haft: Ex-Manager Thomas Middelhoff sieht sich mit seiner Schuld konfrontiert (Foto: imago images/IPON)
Nach der Haft: Ex-Manager Thomas Middelhoff sieht sich mit seiner Schuld konfrontiert (Foto: imago images/IPON)

Publik-Forum: Herr Middelhoff, wir sitzen hier an einem wackeligen Bistro-Tischchen, das Catering besteht aus ein paar Fläschchen Mineralwasser. Früher, in Ihrer Zeit als Manager von Bertelsmann, hätten Sie wohl gleich auf dem Absatz kehrtgemacht, oder?

Thomas Middelhoff: Vermutlich schon. Und höchstwahrscheinlich hätte ich ein Interview mit Publik-Forum abgelehnt, weil mir die Auflage des Blattes zu niedrig erschienen wäre. Damals habe ich das »Ich bin wichtig«-Prinzip gelebt. Ich habe für mich in Anspruch genommen, als erster Passagier an Bord eines Flugzeuges zu gehen und dort in der ersten Reihe zu sitzen, damit niemandem entgehen konnte, wie überaus wichtig ich war. Später war sogar die Business-Class unter meiner Würde. Da bin ich nur noch im Privatjet unterwegs gewesen. Ich war in meinem Größenwahn kaum noch zu stoppen. Auf dem World Economic Forum in Davos habe ich mich vor Angela Merkel gedrängt.

Vor Angela Merkel gedrängelt

Das müssen Sie erzählen.

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Kommentare
Ihr Kommentar
Noch 1000 Zeichen
Wenn Sie auf "Absenden" klicken, wird Ihr Kommentar ohne weitere Bestätigung an Publik-Forum.de verschickt. Sie erhalten per E-Mail nochmals eine Bestätigung. Der Kommentar wird veröffentlicht, sobald die Redaktion ihn freigeschaltet hat. Auch hierzu erhalten Sie ein E-Mail. Siehe dazu auch Datenschutzerklärung.

Mit Absenden des Kommentars stimmen Sie der Verarbeitung Ihrer Daten zur Bearbeitung des Kommentars zu. Zum Text Ihres Kommentars wird auch Ihr Name gespeichert und veröffentlicht. Die E-Mail-Adresse wird für die Bestätigung der Bearbeitung genutzt. Dieser Einwilligung können Sie jederzeit widersprechen. Senden Sie dazu eine E-Mail an [email protected].

Jeder Artikel kann vom Tag seiner Veröffentlichung an zwei Wochen lang kommentiert werden. Publik-Forum.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus anderen Gründen inakzeptabele Beiträge nicht zu publizieren. Siehe dazu auch Netiquette.
Theo Vestweber
05.04.202021:58
Ein sehr interessanter Text! Eine ehrliche Darstellung, die zeigt, wie es einem auch in Top-Position gehen kann. Dennoch bleibt nach solchen Texten oft die Frage, inwieweit sich das System dadurch ändert. Da fällt einer, aber wird seine Position nicht oft von einem anderen besetzt, der dann wieder fallen muss? So scheinen sich viele Bürger darin einig zu sein, wie sich etwas ändern muss. Publik-Forum liefert dazu exklussive Beiträge, oft sind wir auch umgeben von wünschenswerten Meinungen in Talk-Shows, denen sogar wichtige Politiker beiwohnen. AUch dort bleibt das Gefühl - ändert sich etwas? Vielleciht sind die Änderungen sehr gering. Manchmal gibt es Erfolge und dann gibt es wieder Rückschläge, bei denen ein Monopolist alles diktatorisch nach seinen Vorstellungen ändert!