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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2011
China global
Eine kapitalistische Diktatur erobert die Welt
Der Inhalt:

Das Ende der Angst

von Britta Baas vom 04.12.2011
Wer an einen Wendepunkt seines Lebens kommt, hat die Chance zu einer tiefen Erfahrung: frei zu werden von Angst, Begehren und Macht. Fragen an die Theologin und Therapeutin Monika Renz
Die Schweizer Psychologin und Theologin Monika Renz erlebt bei ihren Patienten immer wieder: Von traumatischen, angstvollen Prägungen erlöst zu werden ist wichtig, um befreit leben zu können. (Foto: Corbis)
Die Schweizer Psychologin und Theologin Monika Renz erlebt bei ihren Patienten immer wieder: Von traumatischen, angstvollen Prägungen erlöst zu werden ist wichtig, um befreit leben zu können. (Foto: Corbis)

Frau Renz, Sie erforschen Wege der »Erlösung aus Prägung«, wie Sie es nennen. Wenn ich daran denke, was mich im Leben geprägt hat, so sind darunter viele positive Dinge. Warum muss ich aus einer Prägung erlöst werden?

Monika Renz: Das Wort »Prägung« selbst ist zunächst nicht festgelegt, es ist wertfrei. Der Mensch ist durch seine Natur geprägt, aber auch durch kulturspezifische, sozialisationsbedingte und individuelle Voraussetzungen. Etwa durch das, was er in der Kindheit erfahren hat. Unter all diesen Prägungen gibt es positive - und negative. Von traumatischen, angstvollen Prägungen erlöst zu werden ist wichtig, um befreit leben zu können.

Sie gehen also davon aus, dass es bei jedem Menschen Prägungen gibt, aus denen er erlöst werden sollte?

Renz: Ja. Es ist wichtig, die christliche Vorstellung, dass der Mensch erlösungsbedürftig ist, wiederzuentdecken. Denn der Mensch ist ein Beziehungswesen durch und durch.

Ich kann mich also nicht selbst erlösen?

Renz: Nein, dazu braucht es immer den Anderen. Aber: Der Mensch muss auch selbst seinen Beitrag dazu leisten, indem er sich seine Erlösungsbedürftigkeit eingesteht, indem er sich selbst freigibt zur Erlösung. Freigibt dazu, berührbar zu werden. Diese Offenheit ist sehr entscheidend.

Was hemmt diese Bereitschaft?

Renz: Im psychologischen Jargon gesprochen: ein überhandnehmender Narzissmus. Theologisch gesprochen: ein überzogener Subjektivismus. Deshalb zum Beispiel können Lehren »fremder« Religionen die Menschen in Europa im

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