Katholischer Priester liegt tot in der protestantischen Bibliothek
Krimi. Im Winter 1957, kurz vor Weihnachten, wird in der Bibliothek eines protestantischen Herrenhauses im sehr katholischen Irland ein Mann erstochen aufgefunden. Das Opfer ist der katholische Priester Father Tom, der dort zu Gast gewesen ist. Ihm wurde übel mitgespielt: Außer dem tödlichen Messerstich in den Hals wurden ihm noch sämtliche Genitalien abgeschnitten. Das unübersehbare Detail lenkt natürlich früh den Verdacht auf einen Racheakt wegen sexuellen Missbrauchs. Der einzige freilich, der sich dafür wirklich interessiert, ist der aus Dublin entsandte Ermittler, Detective Inspector St. John Strafford. Es ist pikant, dass ausgerechnet er als Protestant den Mord an einem katholischen Priester aufklären soll, der als sehr beliebt galt und den qua Amt die Aura der Heiligkeit umwehte. Diesen veritablen Skandal will vor allem die mächtige katholische Kirche vertuschen, deren Machenschaften in diesem Krimi mit eleganter Bissigkeit beschrieben werden. So spektakulär die Tat ist, so unspektakulär geht die Aufklärung vor sich: Sie geschieht langsam, durch wiederholte Gespräche mit gar nicht so vielen Personen; und kriminaltechnische Beweise spielen dabei kaum eine Rolle. Dafür werden die Persönlichkeiten der Beteiligten immer deutlicher; und obwohl es bedächtig zugeht, wird es nie langweilig. Die Auflösung, so viel sei verheißen, ist überraschend und vielschichtig. Das Buch ist kein rasanter Actionthriller, aber, wie es in einer Rezension heißt, »ein Muss für alle Liebhaber des klassischen Krimis«.
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