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Filmtipp: Lügen über meine Mutter
Zu viel Frau für ihren Mann

Die Verfilmung von Daniela Dröschers Roman zeigt aus Kinderperspektive, wie patriarchale Zwänge eine Familie vergiften und stellt Schönheitsmaßstäbe infrage.
von Birgit Roschy vom 06.10.2026 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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Perfektes Familienbild: Doch Werner kontrolliert mehr als nur Cornelias Gewicht. Tochter Ela registriert seinen Psychoterror. (Foto: © Tobis / Frank Dicks via Filmstarts.de)
Perfektes Familienbild: Doch Werner kontrolliert mehr als nur Cornelias Gewicht. Tochter Ela registriert seinen Psychoterror. (Foto: © Tobis / Frank Dicks via Filmstarts.de)

Kino. Cornelia ist eine schöne, stattliche Frau und Mutter. Zu stattlich aber für ihren Ehemann Werner, für den das Gewicht seiner Frau zu einer Obsession wird. Er überzieht sie mit giftigen Bemerkungen, verordnet ihr Diäten und gibt ihr die Schuld an seiner stagnierenden Karriere: »Mit dir kann ich ja nicht auf dem Weihnachtsfest der Firma auftauchen.«

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 19/2026 vom 09.10.2026, Seite 54
Wir haben alle verloren
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Cornelia, die ihrem Mann zuliebe aufs Dorf zur Schwiegermutter gezogen ist, will wieder zurück in ihren Beruf, doch das verstärkt den Konflikt. »Ein Kind braucht seine Mutter«, meint die Verwandtschaft. Wir befinden uns in den 1980er-Jahren. Seit 1977 dürfen Frauen zwar ohne Erlaubnis ihres Mannes berufstätig sein. Doch ohne Kinderbetreuung bleibt Cornelia faktisch unter der Kuratel ihres Mannes und seiner Mutter.

In der Verfilmung des autobiografisch gefärbten Romans von Daniela Dröscher verdichten sich wie unter dem Brennglas die Zwänge, denen Frauen in einer patriarchalischen Gesellschaftsstruktur unterliegen. Als Off-Erzählerin fungiert die siebenjährige Tochter Ela, die Misstöne heraushört, den Psychoterror des Vaters und die toxische familiäre Dynamik registriert. Zugleich werden die kindlichen Beobachtungen von »erwachsenen« Sätzen über Sozial- und Geschlechterpolitik eingerahmt. Cornelia, die ihren Frust buchstäblich in sich hineinfrisst, wird zum Sinnbild einer Frau, die sich mit ihrem Körper gegen ein fremdbestimmtes Schönheitsideal zur Wehr setzt. Der Film zeigt nie, wie hoch das Gewicht der von ihrem Mann ständig auf die Waage gezwungenen Cornelia tatsächlich ist. Das ist ein cleverer Kniff: So wird man beim Zuschauen auf die eigenen Projektionen zurückgeworfen – wie viel ist zu viel für eine Frau?

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Schlagwörter: Film Frau Kino Mutter Patriarchat
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