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Passionsspiel mit Flüchtlingen

von Benjamin Künzel vom 13.10.2017
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Oper. Eigentlich seltsam, dass Bohuslav Martinus (1890-1959) letzte Oper »Die griechische Passion« nicht häufiger auf den Spielplänen der Opernhäuser auftaucht. Denn die Handlung ist hochaktuell: Während man sich in einem griechischen Bergdorf auf das alljährliche Passionsspiel vorbereitet, treffen Flüchtlinge ein. Der Hirte Manolios, der seine Rolle als Christus verinnerlicht hat, seine »Apostel« und »Maria Magdalena« versuchen den Schutzsuchenden zu helfen – gegen die Anfeindungen der Fremdenhasser. Die Figuren arbeiten sich ab an den Themen Nächstenliebe, Fremdenhass und Machtgier – und scheitern an der Herausforderung mit erschütternder Härte. Martinus Tonsprache wirkt aus heutiger Sicht konventionell, ist aber emotional direkt begreifbar. Selbst auf CD bleibt das Werk faszinierend. Der Mitschnitt beim Label Oehms vom März und April 2016 aus der Oper Graz macht in der verständlichen englischen Fassung auf das vernachlässigte Werk aufmerksam.

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