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Reformation am Rande
Mystik und Revolution

Von allen ausgegrenzt und verfolgt: Thomas Müntzer und seine Idee vom Reich Gottes auf Erden
von Christian Modehn vom 09.09.2016
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Der erste »Theologe der Revolution« war auch einer der ersten Liturgie-Reformer. Vor Martin Luther feierte Thomas Müntzer bereits 1523 die Messe auf Deutsch. Er wollte seine Gemeinde in Allstedt (Südharz) von »magisch wirkenden« Texten befreien, um sie zur Erkenntnis des wahren Gottes zu führen. Dabei sollte zur Gewissheit werden: Die auserwählten Christen sind im heiligen Geiste eins mit Gott. Diese mystische Erfahrung bestärkte seinen politischen Kampf für die empörten Bauern und Tagelöhner, die gegen die Allmacht der Herrscher rebellierten. Müntzer gehörte selbst zu den Verarmten. Für die Bauern war er »Der Knecht Gottes«. Das Volk strömte zu den deutschen Messen, um Müntzers Predigten zu hören. Dass er gleich nach der protestantischen Liturgiereform die ehemalige Nonne Ottilie von Gersen heiratete, störte nur die katholischen Grafen der Umgebung.

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