»Die Kinder sind oft sensibler und toleranter«
Sollen Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen? In Diskussionen um die sogenannten Regenbogenfamilien taucht vonseiten der Kritiker immer wieder das Argument auf, ein gleichgeschlechtliches Paar könne Kindern kein ihrer Entwicklung förderliches Klima bieten, weil ihnen der gegengeschlechtliche Elternteil fehle. So argumentiert auch der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz (Publik-Forum 8/2013). Dieses Argument mag zunächst plausibel erscheinen, erweist sich aber aus fachlicher Sicht als unsinnig: Zum einen verlieren lesbische Frauen und schwule Männer, die zuvor in heterosexuellen Ehen gelebt haben, durch ihr Coming-out ja nicht ihre erzieherische Kompetenz. Zum anderen betrifft ein solches Argument nicht nur Regenbogenfamilien, sondern in gleicher Weise die (meist von Frauen geführten) Einelternfamilien.
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Udo Rauchfleisch ist ein Schweizer Psychologe und Psychoanalytiker. Bis zu seiner Emeritierung lehrte er Klinische Psychologie an der Universität Basel. Er arbeitet in Basel als niedergelassener Psychotherapeut und Supervisor.
