Wie viele Atomunfälle dürfen es denn sein?
Fünf Jahre nach Fukushima, dreißig nach Tschernobyl: Eigentlich könnte man annehmen, dass es inzwischen weitgehend Klarheit über die fatalen Auswirkungen der größten Reaktorkatastrophen in der Geschichte der Menschheit gibt. Doch weit gefehlt. Widersprüchliche Aussagen beherrschen die Debatte. Erinnern wir uns an die Zeit direkt nach Tschernobyl. Damals war es Hans Blix, der Chef der Internationalen Atomenergieagentur, der sinngemäß sagte: In Anbetracht der großen Bedeutung der Kernenergie für die Menschheit halte ich einen Unfall von der Größenordnung Tschernobyls pro Jahr für akzeptabel.
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Sebastian Pflugbeil ist Physiker und Bürgerrechtler. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz und gilt als einer der renommiertesten Atom-Experten. 2012 erhielt er den Nuclear-Free Future Award für sein Lebenswerk.
