Vorwürfe gegen Grenzschützer
Das Schicksal von Flüchtlingen erhält in der Corona-Krise nur wenig Aufmerksamkeit. Menschenrechtler schlagen nun Alarm. Die Organisation Mare Liberum hat im vergangenen Jahr in der Ägäis eine massive Eskalation im Umgang mit den Menschen auf der Flucht festgestellt. Allein von März bis Dezember 2020 seien mehr als 9700 Fliehende gewaltsam in die Türkei zurückgedrängt worden. Neben der griechischen Küstenwache sei die europäische Grenzschutzagentur Frontex hauptsächlich für die sogenannten Pushbacks verantwortlich, heißt es in einem Bericht der Organisation, die im östlichen Mittelmeer den Umgang mit Flüchtenden beobachtet. Auch Schiffe unter Nato-Kommando hätten sich daran beteiligt. Im August habe auch die deutsche Bundespolizei ein Schlauchboot gestoppt und die Menschen nicht gerettet. Stattdessen sei das Boot an die griechischen Behörden übergeben worden, die die 40 Menschen anscheinend in die Türkei zurückgedrängt hätten.
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