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Vesna Pusic

Die ehemalige Außenministerin Kroatiens ist empört, wie der Kriegsverbrecher Ratko Mladic zum serbischen Helden aufgebaut wird. Auch die orthodoxe Kirche in Serbien habe daran großen Anteil.
vom 04.10.2026 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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Vesna Pusic kritisiert die Orientierungslosigkeit der EU und den Nationalismus der serbisch-orthodoxen Kirche. (Foto: pa/Emoke Bebiak)
Vesna Pusic kritisiert die Orientierungslosigkeit der EU und den Nationalismus der serbisch-orthodoxen Kirche. (Foto: pa/Emoke Bebiak)

Vesna Pusic, Außenministerin in Kroatien von 2011 bis 2016, ist empört über die verhaltene Kritik der Europäischen Union am pompösen Begräbnis des Kriegsverbrechers Ratko Mladic. Auch wenn Serbiens Präsident Aleksandar Vucic nicht daran teilgenommen habe, so sei die Überführung und Beerdigung von Mladic ein Staatsakt gewesen, organisiert von höchsten Vertretern aus Politik und Kirche. »Die Reaktion der EU auf das Begräbnis war beschämend und hätte viel klarer sein sollen«, sagte Vesna Pusic der österreichischen Wochenzeitung »Die Furche«.

Serbien sei derzeit nicht auf einem pro-europäischen Weg. Das Regime habe jahrelang über die von ihm kontrollierten Medien »eine gezielte Kampagne geführt, um die Gefühle, Mythen und nationalistischen Lügen der 1990er Jahre wiederzubeleben. Und heute sehen wir das Ergebnis dieser Kampagne.« Trotzdem müsse man alles dafür tun, um Serbien wieder für die EU zu begeistern, sagte Pusic. Ihr Land habe dadurch eine sehr positive Entwicklung genommen. Allerdings sei die EU zerstritten und habe ihre Orientierung verloren. Man stelle sich zunehmend die Frage, »wofür das Ganze noch gut sein soll und wer die Europäische Union ist. Sind es Persönlichkeiten wie Marine Le Pen, Geert Wilders oder sogar die AfD«? Pusic kritisiert auch die Rolle der serbisch-orthodoxen Kirche unter Patriarch Porfirije. Statt für Nächstenliebe, Versöhnung, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zu werben, habe sie sich »in eine politische Organisation verwandelt, die eine sehr radikale und extremistische Politik verfolgt«. Sie sei keine moralische Instanz.

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