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Aleksandar Vucic

Serbiens Präsident kündigt seinen Rücktritt an. Kritiker sehen darin keinen Machtverzicht, sondern den Versuch, seine Dominanz zu sichern.
vom 01.07.2026
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Unter Druck: Serbiens Präsident Aleksandar Vucic kündigt Rücktritt und Neuwahlen an. (Foto: pa/MILAN ILIC/BETAPHOTO/SIPA)
Unter Druck: Serbiens Präsident Aleksandar Vucic kündigt Rücktritt und Neuwahlen an. (Foto: pa/MILAN ILIC/BETAPHOTO/SIPA)

Aleksandar Vučić, seit 2017 regierender Präsident Serbiens und ehemaliger Vorsitzender der »Serbischen Fortschrittspartei«, hat überraschend seinen Rücktritt angekündigt und vorgezogene Wahlen in Aussicht gestellt. Vučić gilt als rechtspopulistischer und autoritär agierender Politiker. Der Schritt erfolgte nach monatelangen Massenprotesten gegen seine Regierung, die bereits Ende 2024 durch den Einsturz eines Bahnhofsvordachs in der nordserbischen Stadt Novi Sad ausgelöst worden waren. Bei dem Unglück kamen 16 Menschen ums Leben. Viele Menschen in Serbien machen Korruption, politische Vetternwirtschaft und mangelnde staatliche Kontrolle für die Katastrophe verantwortlich.

Beobachter werten Vučićs Ankündigung weniger als Rückzug, denn als mögliches Machtmanöver: Da er nach zwei Amtszeiten nicht erneut als Präsident kandidieren darf, könnte er nach den Neuwahlen an die Spitze einer neuen Regierung wechseln und so seine politische Dominanz sichern. Studierende, Lehrkräfte und zivilgesellschaftliche Gruppen fordern freie Wahlen, unabhängige Medien und ein Ende der politischen Einflussnahme auf staatliche Institutionen. Internationale Organisationen werfen der Regierung seit Jahren demokratische Rückschritte sowie Druck auf Opposition und Medien vor. Die Protestbewegung fordert einen politischen Neuanfang und will bei den Wahlen mit einer eigenen Liste antreten. Vučić weist die Vorwürfe gegen seine Regierung zurück und kündigte an, seine Partei im Wahlkampf aktiv zu unterstützen.

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