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Reinhard Mey

Mit 83 Jahren legt der Berliner Liedermacher sein 30. Studioalbum vor. Vieles, sagt er, klingt nach Abschied, aber es soll keiner sein. Für alle Fälle zitiert er einen Psalm.
vom 01.10.2026 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme.
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Ein Solo-Album mit 83 Jahren – und Gedanken über das, was nach dem Leben kommen könnte: Reinhard Mey. (Foto: pa/Ralf Mueller)
Ein Solo-Album mit 83 Jahren – und Gedanken über das, was nach dem Leben kommen könnte: Reinhard Mey. (Foto: pa/Ralf Mueller)

Reinhard Mey, Liedermacher und Chansonnier, plant noch nicht seinen Abschied: »Ich habe einen super Blutdruck von 135 zu 80, und ich laufe acht Kilometer. Ich sehe gut, ich höre gut, ich schmecke noch einigermaßen gut. Wein vertrage ich auch, alles wunderbar.« Aber dass in seinem neuen Solo-Album »Schatzhauser« vieles nach Abschied klingt, bestätigt der 83-jährige in einem langen Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Darin spricht er von seiner kindlichen Angst vor Dunkelheit, die ihn »auch im neunten Lebensjahrzehnt« nicht verlasse: »Das Leben hat mich mit allem beschenkt, auch mit abgrundtiefem Schmerz. Ich habe gelernt, auch nach schwierigen Situationen auf die Bühne gehen zu können und mich für diese Zeit davon loszulösen und ganz frei und ganz normal zu sein.«

Auch sein Verhältnis zur Religion wird thematisiert. Reinhard Mey nennt sich selbst einen Agnostiker, obwohl er (evangelisch) getauft und konfirmiert ist: »Meine Eltern waren keine frommen Leute, aber sie waren sehr gute Bibelkenner. Christliche Ideale, Nächstenliebe, Verzeihen, Barmherzigkeit sind für mich hohe Lebensideale.« An Psalm 23, sagt er in der FAZ, könne er sich festhalten. »Der Herr ist mein Hirte«, heißt es dort, »nichts wird mir mangeln; ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir...« Diesen Psalm zitiert Mey in seinem Album, denn: »Auch für einen finsteren Heiden ist das eine schöne Vorstellung: Es kann dir gar nichts passieren, du liegst in Gottes Hand.«

Begraben werden will der Liedermacher im Wald: »Unter einem Baum, wo schon mein Sohn liegt. Da ist noch Platz für den Rest der Familie. Es ist eine tröstliche Vorstellung. Natürlich ist es nur die Asche, da sind wir nicht, keiner von uns. Aber man braucht solche Sachen, um sich daran festzuhalten. Und es kann nicht schaden.«

Reinhard Mey ist dreifacher Vater. Sein Sohn Maximilian fiel 2009 nach einer verschleppten Lungenentzündung ins Wachkoma und starb fünf Jahre später.

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Schlagwörter: Liedermacher Religion
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