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Joachim Selzer

Der Computer-Fachmann beklagt Sicherheitslücken auf der Vernetzungsplattform für Betroffene sexualisierter Gewalt der EKD.
vom 30.07.2026
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Joachim Selzer. (Foto: privat)
Joachim Selzer. (Foto: privat)

Joachim Selzer, Mitglied im »Chaos Computer Club« und Datenschutzbeauftragter mehrerer Einrichtungen der Evangelischen Kirche im Rheinland, hat eine kürzlich entdeckte Sicherheitslücke auf der Online-Vernetzungsplattform »BeNe« für Betroffene sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) als »sehr kritisch« eingestuft. Die Angst der Betroffenen, dass Inhalte in falsche Hände geraten seien, sei »berechtigt«, sagte Selzer dem Evangelischen Pressedienst.

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Auf einer vom Bundesamt für Informationssicherheit veröffentlichten Skala schwerwiegender Sicherheitslücken von 1 bis 10 erreiche der Sicherheitsvorfall auf der »BeNe«-Plattform einen Wert von 9,8. Ein Diebstahl von Identitäten sei möglich, erklärte Selzer. Solche Diebstähle würden üblicherweise für das Anlegen von Konten unter falschen Namen, etwa bei Onlinehändlern, benutzt. Es seien aber auch Erpressungsversuche gegen Missbrauchbetroffene »zumindest denkbar«.

Die EKD hatte das Betroffenen-Netzwerk im Oktober 2024 gestartet. Es basiert auf dem weltweit verbreiteten Content-Management-System WordPress. Die Lücke komme »eigentlich aus der Urzeit der Webseitenprogrammierung und sollte inzwischen nicht mehr auftreten«, erklärte Selzer. Der Fehler bestehe darin, dass das verschlüsselte Passwort der Webseiten-Administration auszulesen gewesen sei. Solange Webseiten mit einem guten Passwort abgesichert seien, »sollte da eigentlich nichts passieren«, so Selzer. Bei einem schwachen Passwort bestehe jedoch die Möglichkeit, einen sogenannten Wörterbuchangriff zu fahren. Angreifer seien dann in der Lage, Passwörter zu raten. »Das scheint auch der Angriffsvektor gewesen zu sein«, erklärt Selzer.

Mittlerweile hat die EKD Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. So teilte es die EKD am Dienstag in Hannover mit. Nach derzeitigem Stand sei davon auszugehen, dass der Großteil der in dem System gespeicherten Daten verschlüsselt aus der Datenbank abgeflossen sei.

Die Plattform bleibt bis aus Weiteres offline. Die Betroffenenvertreter hatten eine umfassende transparente Aufklärung des Vorfalls gefordert. Für Menschen, deren Grenzen und Vertrauen bereits schwer verletzt worden seien, bedeute der Vorfall einen erneuten Kontrollverlust, erklärten sie.

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Schlagwort: EKD
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