Jan Böhmermann
Jan Böhmermann, Entertainer und Moderator der Sendung »ZDF Magazin Royale«, lobt das Engagement der Kirchen gegen Rechtsextremismus und ihr klares Nein zur AfD. »Wir gehen heute in die Show mit Gott, aber flott«, sagte Böhmermann in seiner Sendung vergangenen Freitag. In Sachsen-Anhalt, wo die AfD bei der Landtagswahl fast 44 Prozent der Stimmen erhielt, gebe es »eine kleine antifaschistische Gruppierung«, die »letzte antifaschistische Hoffnung im Osten: die Kirche in Ostdeutschland.«
Böhmermann, der in seinen Sendungen die Kirchen immer wieder harsch kritisiert hatte, zitierte zahlreiche Stellungnahmen aus kirchlichen Verlautbarungen, die vor einer Machtübernahme der AfD warnen und sich gegen ihre politischen Vorstellungen wenden. Dann zückte er eine Bibel und sagte: »Ich habe einen Verdacht: Dieses Buch hier ist viel linker als Teile der CDU/CSU glauben.«
Nach 1945 sei die Kirche zur »praktizierenden Antifaschistin« geworden, mit Konsequenzen vor allem im Osten Deutschlands: »Jeden Tag leistet die Kirche im Osten antifaschistische Arbeit. Besonders dort, wo sich kaum noch jemand für Demokratie und Menschlichkeit engagiert.«
Böhmermann erzählte von einem Pfarrer, dem Neonazis die Tür eingetreten hatten. Er lobte unter anderem die Arbeit der kirchlichen Akademien. Hier werde diskutiert, offen und demokratisch, und zwar nicht nur über Glauben, sondern auch über aktuelle politische Themen. Und während die Politik zivilgesellschaftlichen Initiativen das Geld kürze, hätten die Kirchen, vor allem auf dem Land, als einzige »Mittel und Räume, die man ihr nicht so einfach wieder wegnehmen kann.« Überhaupt kenne sich die Kirche im Osten »mit dem erfolgreichen Kampf gegen autoritäre und demokratiefeindliche Kräfte, mit der Organisation von wirksamem zivilgesellschaftlichem Widerstand richtig gut aus«.

Personen und Konflikte