Isabel Rutkowski
Isabel Rutkowski, bisherige Leiterin der katholischen Landjugendbewegung, ist zur neuen Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) gewählt worden. Diesem Dachverband gehören 17 katholische Jugendorganisationen mit insgesamt 660 000 Mitgliedern an. Aktiv ist er in allen deutschen Diözesen außer in Dresden-Meißen.
Nach ihrer Wahl kündigte sie an, sie wolle den BDKJ »politisch laut und strategisch stark« machen. Der Verband solle jungen Menschen zeigen, »dass ihre Stimme zählt, und diese dann auch vertreten«. Zum Vorwurf aus konservativen Kreisen, der BDKJ sei politisch wie kirchenpolitisch zu weit links, sagt sie: »Politische Räume sind unterschiedlich. Wir müssen wissen, wann es sich zu kämpfen lohnt und wann man sich auf einen Kompromiss einlassen muss.« Der Verband dürfe nicht in seiner eigenen Blase bleiben: »Wir müssen auch dahin gehen, wo es unbequem wird.«
Rutkowski, deren Familie nach der Wende aus dem Osten in den Süden Deutschlands gezogen ist, kam erst dort in ein religiös geprägtes Umfeld. In einem Interview mit der Plattform katholisch.de sagte sie, sie habe »eine andere Glaubensbiografie als alle anderen«. Zwar seien ihrer Eltern mit ihr »in die Kirchen gegangen, sowohl in evangelische wie auch in katholische. Doch taufen lassen konnten sie mich nicht. Da es keine Taufpaten gab, haben weder die katholische noch die evangelische Kirche eine Taufe ermöglicht. Damals waren beide Kirchen da noch nicht so offen wie heute.«
In ihrer südbadischen Gemeinde habe es Momente gegeben, in denen ihr klar wurde, dass sie nicht dazugehörte. »Da hat es den Verband gebraucht, um einen sicheren Raum zu haben, wo ich so sein durfte, wie ich bin, und im Glauben wachsen durfte.«
Sie sei »sehr dankbar dafür, dass ich durch die KLJB und den BDKJ meinen Glauben entdecken und vertiefen durfte«, ergänzte Rutkowski gegenüber Publik-Forum: »Die Gemeinschaft hat mich auf meinem Glaubensweg entscheidend geprägt und dazu beigetragen, dass ich mich bewusst für die Taufe und für die katholische Kirche entschieden habe.«
Der BDKJ soll laut Rutkowski unterschiedliche Ansichten tolerieren und Vielfalt wertschätzen: »Die Vielfalt im Verband ist wertvoll und wir brauchen Räume, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Das stärkt auch unsere Demokratie«. Gerade aus der Vielfalt entstünden neue Ideen: »Aber es gibt rote Linien. Das sind die Menschenwürde und die Menschenrechte. Als BDKJ haben wir ein christliches Werteverständnis als gemeinsame Basis, über alles andere können wir ins Gespräch kommen.«

Personen und Konflikte